Der kranke Felix Neureuther wäre an einem enttäuschenden Wochenende besser im Bett geblieben.
Für Felix Neureuther war der Slalom schon nach ein paar Sekunden vorbei, dagegen durfte Carlo Janka ein wundersames Wochenende genießen. Nur zehn Tage nach einer Operation am Herzen ließ sich der Olympiasieger aus der Schweiz für ein traumhaftes Comeback feiern. Der 24-Jährige fuhr im Riesenslalom in Kranjska Gora/Slowenien den ersten Sieg seit dem Weltcup-Finale vor einem Jahr ein.
Neureuther erreichte dort schon geschwächt den 19. Rang. Für die besten deutschen Resultate sorgte Fritz Dopfer mit Rang 12 im Riesenslalom und 16 im Slalom – dort freute sich Philipp Schmid beim Sieg von Mario Matt (Österreich) als 20. über die ersten Punkte.
Super Comeback
Alle aber staunten über Janka. Der «Iceman», wie der kühl wirkende Gesamtweltcupgewinner des Vorjahres wegen seiner seltenen Emotionen genannt wird, war angespannter als sonst in das Rennen gegangen. Kein Wunder, lag der operative Eingriff am Herzen doch nicht einmal zwei Wochen zurück. «Jetzt wieder ganz oben zu sein, ist natürlich wunderschön für mich. Es ist perfekt für mich, ein super Comeback», sagte Janka, dessen Saison bislang nicht «Gelbe vom Ei» gewesen sei.
Der Erfolg gibt dem in diesem Jahr immer wieder zurückgeworfenen Allrounder Hoffnung, dass das Problem seiner Herzrhythmusstörungen mit dem oft viel zu hohen Puls behoben ist. «Vom Gefühl her ist es besser», sagte Janka, der im Rennen ein Messgerät trug. Die Daten werden jetzt ausgewertet. Mittels der über die Leiste und Blutbahn vorgenommenen Herzkatheter-Operation war bei dem zweistündigen Eingriff gegen die Probleme vorgegangen worden, überflüssige Reizleitungsbahnen am Herzen wurden unterbrochen.
Saison-Finale
Durch Rang drei beim Janka-Sieg muss sich Weltmeister Ted Ligety (USA) im Saison-Finale in anderthalb Wochen die kleine Kristallkugel dank großen Vorsprungs eigentlich nur noch abholen. Neureuther und Dopfer verfehlten dagegen die Riesenslalom-Qualifikation für Lenzerheide. Im Torlauf ist Neureuther aber dabei, erst einmal will er sich allerdings auskurieren. Denn schon vor dem Wochenende hatte es ihn erwischt.
«Ich muss erst einmal gesund werden und mich dann auf die Lenzerheide vorbereiten», sagte der 26-Jährige, der sein Torlauf-Aus nicht auf die Beschwerden schieben mochte. «Es ging nicht optimal, aber mein Kranksein entschuldigt nicht den Fehler.»
Zu Ende ist die Weltcup-Saison zumindest bei den Einzelrennen für Dopfer, der ein positives Fazit zog. Schritt für Schritt verbesserte er seine Startposition und träumt jetzt für den nächsten Winter, auch dank guter Teilzeiten, schon von einem Podestplatz. «Ich gehe total motiviert in den Sommer», sagte der 23-jährige Garmischer. Völlig überraschend fuhr Schmid erstmals Punkte ein. «Das pusht auf jeden Fall», meinte der zweimalige Weltcup-Fahrer.
Zu Demaart
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