Der 24-jährige habe bei seiner Mutter einen Abschiedsbrief hinterlassen, darin aber nichts über seine Beweggründe mitgeteilt, sagte die ermittelnde Staatsanwältin Kitty Nooy. Der Amokschütze hatte am Samstag in einem Shopping Center der Ortschaft Alphen aan den Rijn mit einer Maschinenpistole um sich gefeuert und sechs Menschen getötet sowie mehr als 15 verletzt, ehe er sich mit einem Kopfschuss das Leben nahm.
Der Täter, dessen Namen die Behörden mit Tristan van der Vlis angaben, war Mitglied eines Schützenvereins. Laut Staatsanwaltschaft waren ihm in den vergangenen Jahren insgesamt fünf Waffenscheine ausgestellt worden. Er sei zuletzt im Besitz von drei Waffen gewesen. Nach Angaben von Zeugen erschoss der mit einer militärischen Tarnjacke bekleidete Amokläufer bereits auf dem Parkplatz vor dem Einkaufszentrum «De Ridderhof» einen Mann. Er sei dann «äußerlich völlig ruhig» in das Gebäude gegangen und habe blindlings um sich gefeuert. Viele Menschen seien in Panik und Todesangst geflohen.
Sechs Einwohner aus Alphen
Der Amokschütze tötete drei Frauen im Alter von 45, 68 und 91 Jahren sowie drei Männer im Alter von 42, 49 und 80 Jahren, die alle sechs in Alphen wohnten. Ermittler fanden bei Van der Vlis drei Waffen. Insgesamt verfügte er über fünf Waffen mit amtlicher Zulassung. Für die Maschinenpistole habe er auf keinen Fall einen Waffenschein besessen, da solche automatischen Waffen auch in den Niederlanden verboten seien.
Staatsanwältin Kitty Nooy erklärte, im Auto des Amokschützen sei ein Brief mit Hinweisen zu angeblich in diesen Einkaufszentren deponiertem Bomben gefunden worden. Die Polizei ließ drei weitere Einkaufszentren sowie die umliegenden Wohnungen in der rund 40 Kilometer südlich von Amsterdam gelegenen Region evakuieren. Bei Durchsuchungen der Shopping Center wurde jedoch kein Sprengstoff entdeckt. Die Anwohner konnten in der Nacht in ihre Häuser zurückkehren.
Zu Demaart
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