Dienstag20. Januar 2026

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Zwei Luxair-Kunden verletzt

Zwei Luxair-Kunden verletzt
(Robert Spirinelli )

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Beim Terror-Anschlag in Marrakesch sind zwei Kunden der Luxair verletzt worden. Es handelt sich dabei um zwei französische Staatsbürger. Bei der LAR gab es eine Anfrage zur Rückführung.

Die beiden Urlauber werden zur Stunde in einem Krankenhaus medizinisch versorgt, heißt es von Luxair-Sprecher Yves Hoffmann. Über die Schwere der Verletzungen gibt es noch keine Angaben. Neben der Luxemburger Fluggesellschaft hat Frankreich und Marokko eine Rückführung der beiden Verletzten angeboten. Hier müssen noch Details geklärt werden.

Air Rescue Luxemburg (LAR) hat am Freitag eine Anfrage von einer Versicherung zur Rückführung eines französischen Staatsbürger aus Marokko erhalten, so die Pressesprecherin der Gesellschaft. Ob es sich dabei um einen der Verletzten beim Terror-Anschlag handelt, ist zur Stunde noch unklar.

Zurzeit befinden sich 647 Luxair-Passagiere in Marokko, davon 318 in Marrakesch, so Yves Hoffmann, Pressesprecher von Luxair gegenüber Tageblatt.lu. Darunter seien auch viele Luxemburger. Hoffmann versicherte, dass Luxair in engem Kontakt mit den Reisenden vor Ort stehe. Die Luxair fliegt auch weiterhin planmäßig nach Marokko.

Heute werden insgesamt zwei Flüge nach Marokko starten. Mehr Infos erhalten Sie unter www.luxair.lu.

Die internationale Gemeinschaft ist entsetzt von dem Anschlag in Marrakesch mit mindestens 16 Toten und verurteilt die Tat aufs Schärfste. Die Luxair steht in Kontakt mit den Urlaubern vor Ort.

«Schreckliche Tat»

Der Weltsicherheitsrat hat den Anschlag auf ein Café im marokkanischen Marrakesch mit mindestens 16 Toten «aufs Schärfste» verurteilt. In einer Presseerklärung sprachen die 15 Ratsmitglieder den Angehörigen der Opfer dieser «schrecklichen Tat» ihr Mitgefühl aus. «Jede Form von Terrorismus ist kriminell und nicht zu rechtfertigen», heißt es in der in der Nacht zum Freitag in New York verbreiteten Erklärung. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich «entsetzt» von dem Anschlag.

Wie ein Sprecher mitteilte, wies Ban den Einsatz «wahlloser Gewalt gegen unschuldige Zivilisten» scharf zurück. «Kein politisches Ziel rechtfertigt solch eine abscheuliche Tat oder wird durch sie bedient», erklärte der UN-Generalsekretär.

Unterschiedliche Nationalitäten

Bei dem Anschlag waren am Donnerstag nach Angaben der marokkanischen Behörden 16 Menschen «unterschiedlicher Nationalitäten» getötet worden. Rettungskräfte gaben die Zahl der Toten sogar mit 18 an. Unter den Todesopfern seien auch elf ausländische Besucher.

Zunächst bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Es wird aber spekuliert, dass die Gruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (AQMI), ein nordafrikanischer Ableger des Terrornetzes von Osama bin Laden, hinter dem Blutbad stecken könnte.

Wichtiger Touristenpunkt

Die Terroristen schlugen zur Mittagszeit zu, als das am zentralen Jamaa el-Fna-Platz gelegene Café besonders gut besucht war. Der Platz zählt zum Unesco-Weltkulturerbe und ist mit seinen Gauklern und Händlern die wichtigste Sehenswürdigkeit in der marokkanischen Wüstenstadt.

Das örtliche Fernsehen berichtete, ein Selbstmordattentäter sei in die Küche des Lokals eingedrungen und habe sich neben den Gasflaschen für den Herd in die Luft gesprengt. Dies habe die Wucht der Detonation noch vergrößert. Die Polizei hatte die gewaltige Explosion zunächst auf ein Gasleck in der Küche zurückgeführt. «Die Untersuchung der ersten Beweismittel vom Tatort weist jedoch auf ein Attentat hin», teilte das Innenministerium später mit.

Blutigste Anschlag

Unter den Toten sind nach Informationen franzöischer Medien mindestens sechs Franzosen und vermutlich auch ein Brite. Der Anschlag war der bislang blutigste in Marokko seit acht Jahren. Im Mai 2003 starben bei Selbstmordattentaten auf westliche und jüdische Einrichtungen in der Wirtschaftsmetropole Casablanca 45 Menschen, darunter 12 der Täter. Seitdem hat die Polizei Dutzende Terrorzellen zerschlagen und Tausende mutmaßliche islamistische Extremisten verhaftet.

Wie in anderen nordafrikanischen Ländern sind auch in Marokko in den vergangenen Monaten tausende Menschen auf die Straßen gegangen, um demokratische Reformen einzufordern. Die jüngste Demonstration fand am Wochenende statt. Gewalttätige Unruhen wie in anderen Staaten der Region blieben in Marokko aber weitgehend aus.

Tiefgreifende Reformen

Der in weiten Teilen der Bevölkerung beliebte König Mohammed VI kündigte tiefgreifende Reformen an. So will er einen Teil seiner Macht abgeben und die Befugnisse der Regierung sowie des Parlaments stärken. Ein Zusammenhang zwischen dem Anschlag in Marrakesch und den Protesten sei daher nicht zu erkennen, hieß es in Medienberichten.