
Die EU will «so rasch wie möglich» ein Büro in der libyschen Aufständischen-Stadt Bengasi eröffnen. Damit wolle die EU den nationalen Übergangsrat der Rebellen unterstützen, sagte die Außenbeauftragte Catherine Ashton am Mittwoch vor dem Europaparlament in Straßburg. Kampfjets der Nato flogen unterdessen neue Bombenangriffe auf Tripolis.
Nach Angaben von EU-Diplomaten in Brüssel soll das Büro keinen diplomatischen Status haben, sondern «auf technischer Ebene» arbeiten. Hauptaufgabe sei es, sich um die humanitären Bedürfnisse zu kümmern. Dazu zählten Kontakte zur Zivilgesellschaft, aber auch Hilfen beim Aufbau demokratischer Strukturen.
«Zeichen der Solidarität»
Das Büro, über dessen Größe und personelle Ausstattung noch nicht entschieden sei, sei auch «ein wichtiges Zeichen der Solidarität», hieß es. Die humanitäre Hilfsorganisation der EU (Echo) hat bereits seit Beginn der Libyenkrise ein Büro in Bengasi.
«Sobald es die Umstände erlauben, wollen wir eine offizielle Delegation der EU in Tripolis eröffnen», sagte ein Diplomat in Brüssel. Diese Entscheidung sei vom neuen Europäischen Auswärtigen Dienst bereits vor Ausbruch der Krise in Libyen getroffen worden.
Angriff auf Militärziele
Kampfflugzeuge der Nato griffen in der Nacht zum Mittwoch erneut militärische Ziele in der libyschen Hauptstadt Tripolis an. Bewohner hörten laute Explosionen. Mindestens vier Objekte seien getroffen worden. Darunter seien ein Gebäude des Militärgeheimdienstes und ein Haus, das von Abgeordneten des Schein-Parlaments genutzt werde, berichteten libysche Exilmedien.
In der von Regimetruppen belagerten Stadt Misrata verzeichneten die Milizen der Regimegegner nach eigenen Angaben deutliche Bodengewinne. Die Kämpfe konzentrierten sich auf die westlichen Vorstädte und den Flughafen der Stadt, hieß es.
Zu Demaart
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