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Ganz Malbun wünscht sich Schleck -Sieg

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Am Donnerstag macht die Tour de Suisse in Malbun Halt, dort, wo Frank Schleck vor vier Jahren die Etappe gewann und das „Maillot Jaune“ überstreifte.

Am Mittwoch war die Reihe zum zweiten Mal hintereinander an den Sprintern. In Tobel-Tägerschen siegte etwas überraschend der Slowene Borut Bozic.

Radsport in Zahlen

Tour de Suisse, 5. Etappe über 204 km von Huttwil nach Tobel-Tägerschen: 1. Borut Bozic (SLO/Vacansoleil) 4:44:48 Stunden, 2. Oscar Freire Gomez (E/Rabobank), 3. Peter Sagan (SVK/Liquigas), 4. Tejay van Garderen (USA/HTC-Highroad), 5. José Joaquin Rojas Gil (E/Movistar), 6. Marco Marcato (ITA/Vacansoleil), 7. Anthony Ravard (F/AG2R), 8. Linus Gerdemann (D/Leopard Trek), 9. Greg Van Avermaet (B/BMC), 10. Ben Swift (Großbritannien/Sky), … 15. Maxime Monfort (B/Leopard-Trek), 25. Jakob Fuglsang (DEN/Leopard-Trek), 37. Frank Schleck (L/Leopard-Trek) alle gleiche Zeit, 57. Fabian Cancellara (SUI/Leopard-Trek) 0:13, 71. Andy Schleck (L/Leopard-Trek) auf 0:17, 83. Ben Gastauer (Luxemburg/Ag2r) 0:37, 107. Stuart O’Grady (AUS/Leopard-Trek), 110. Jens Voigt (D/Leopard-Trek) 0:53

Gesamtwertung: 1. Damiano Cunego (Italien/Lampre) 17:14:11 Stunden, 2. Juan Mauricio Soler (Kolumbien/Movistar) 0:54 Minuten zurück, 3. Bauke Mollema (Niederlande/Rabobank) 1:16, 4. Laurens Ten Dam (Niederlande/Rabobank) 1:19, 5. Tejay van Garderen (USA/HTC-Highroad) 1:21, 6. Frank Schleck (Luxemburg/Leopard-Trek) 1:25, 7. Jakob Fuglsang (Dänemark/Leopard-Trek) 1:32, 8. Danilo Di Luca (Italien/Katjuscha) 1:53, 9. Steven Kruijswijk (NED/Rabobank) 2:00, 10. Levi Leipheimer (USA/RadioShack) 2:10, … 14. Gerdemann 3:09, 17. Monfort 3:47, 20. A. Schleck 6:27, 67. Gastauer 27:22, 78. Voigt 31:17, 84. Cancellara 32:47, 104. O’Grady 37:39.

Darauf hatte Luxemburg über 50 Jahre lang warten müssen. Am 17. Juni 1955 gewann Marcel Ernzer die Tour-de-Suisse-Etappe von Bad Ragaz nach Luzern, 52 Jahre später fuhr Frank Schleck als Sieger in Malbun durchs Ziel. Gleichzeitig streifte „Frankieboy“ das „Maillot Jaune“ der Schweiz-Rundfahrt über, das 57 Jahre lang kein Luxemburger mehr getragen hatte. Der letzte Landsmann, der vor Schleck Leader der Tour de Suisse war, hieß Jang Goldschmit. Man schrieb das Jahr 1950.

„Liebesgeschichte“

Schlecks Sieg 2007 in Malbun war der Anfang einer „Liebesgeschichte“ Luxemburgs mit der Tour de Suisse, denn danach gewann Kim Kirchen zwei Etappen, Frank fuhr noch einmal als Sieger durchs Ziel, Kirchen kleidete sich in Gelb, und Schleck der Ältere verewigte sich 2010 sogar als Gesamtsieger.

Franks Erfolg von Malbun war nach Amstel Gold Race und Alpe d’Huez (beide 2006) der dritte ganz große Sieg in seiner damals noch jungen Karriere. Rund 8 km vor dem Ziel in Malbun zeigte Schleck seinen Konkurrenten die Fersen. Danach schlossen einige Fahrer, unter ihnen auch Kim Kirchen, wieder auf, ehe Frank es erneut versuchte. Diesmal mussten die anderen passen.

Aus dem Häuschen

Während Schleck sich vorne regelmäßig wie ein Schweizer Uhrwerk nach vorne bewegte (er hatte 39×25-Zähne aufgelegt), fiel Kirchen vorerst zurück, ehe er in der Schlussphase wieder stärker aufkam und mit einer großartigen Leistung den dritten Rang in der Gesamtwertung über die Distanz rettete. Schleck war schon 48 Sekunden im Ziel, als Kirchen auf Platz fünf über den Strich fuhr. „Ein fantastisches Gefühl“, strahlte Schleck, „eine sehr gute Leistung“, freute sich Kim Kirchen.

Ganz Malbun war aus dem Häuschen über die vorzüglichen Darbietungen der beiden Sportler. Die Stimme des offiziellen Sprechers im Zielbereich überschlug sich, als Schleck der Ankunft zustrebte und Kirchen zur Aufholjagd ansetzte.

Andy oder Frank?

Der Mann am Mikrofon der Tour de Suisse ist immer noch derselbe, er ist Liechtensteiner und heißt Georges Lüchinger. Alle, die im letzten Monat bei den Spielen der kleinen Länder dabei waren, werden zumindest seine Stimme kennen, denn sie animierte die wunderschöne Eröffnungsfeier im Rheinparkstadion. Lüchinger rechnet am Donnerstag erneut mit einem Schleck-Sieg, doch ist er sich wie viele andere nicht darüber im Klaren, ob denn nun Frank oder Andy oben das Zepter schwingen wird.

Ein Erfolg des jüngeren Bruders vier Jahre nach Frank wäre für Andy die Bestätigung, dass er zwei Wochen vor Beginn der Tour de France die gute Form hält. „Ich peile einen Etappensieg an“, sagte er nach seinem Formtest auf der Grimsel- und Scheidegg-Etappe nach Grindelwald. Das kann eigentlich nur am Donnerstag in Malbun oder am Freitag in Serfaus sein.

Heiligtum

Der Anstieg von Triesenberg nach Malbun, das ist für die Liechtensteiner ein Heiligtum wie für die Franzosen die Steigung von Le Bourg-d’Oisans nach L’Alpe d’Huez. Der „Kraftakt“ im Fürstentum geht über 12 km mit einer durchschnittlichen Steigung von zehn Prozent.

Oben in Malbun sind die Luxemburger nicht erst seit Frank Schlecks Sieg von 2007 bekannt und gern gesehen. Schon 1999 logierte die Delegation des COSL bei den Spielen der kleinen Staaten im „Wintersportmekka“ des Fürstentums. Weil’s damals so schön war, wurde das Experiment vor zwei Wochen bei den LieGames 2011 wiederholt. Andy und Frank Schleck sowie auch Ben Gastauer dürfen sich auf einen tollen Empfang freuen. „Hopp Lëtzebuerg“ …