Dienstag3. Februar 2026

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Franzose zahlt belgische Burka-Bußgelder

Franzose zahlt belgische Burka-Bußgelder
(dpa)

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Ungewöhnlicher Protest gegen belgisches Burka-Verbot: Ein französischer Geschäftsmann hat die Geldstrafen zweier Mädchen bezahlt, die Ganzkörperschleier getragen und damit gegen ein neues belgisches Gesetz verstoßen haben.

Insgesamt 100 Euro zog Rachid Nekkaz am Mittwoch bar aus dem eigenen Geldbeutel, wie die Nachrichtenagentur belga meldete. Seinen Scheck hatte die Stadt Brüssel zuvor abgewiesen. Zwar sei Nekkaz generell dagegen, dass Frauen sich verhüllen. Ein Verbot per Gesetz sei aber diskriminierend. Die beiden 16 und 17 Jahre alten Mädchen waren auf den Franzosen zugegangen, nachdem dieser ein entsprechendes Angebot an alle Musliminnen in Belgien und Frankreich gerichtet hatte.

In Belgien dürfen muslimische Frauen seit Ende Juli keinen Vollschleier mehr in der Öffentlichkeit tragen. Nach Frankreich ist Belgien damit das zweite europäische Land mit einem Burka-Verbot. Bricht eine Frau das Gesetz, droht ihr eine Geldstrafe. Dem Bericht zufolge hat Nekkaz auch die 75 Euro Strafe einer Frau aus der nordfranzösischen Stadt Roubaix übernommen.

«Touche pas à ma Constitution»

Der Menschenrechtsaktivist hatte 2010 die Organisation «Touche pas à ma Constitution» (deutsch: «Rühr meine Verfassung nicht an») gegründet, die Frauen anbietet, für ihre Bußgelder aufzukommen. Nekkaz erwäge nun, Frankreich und Belgien vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg zu ziehen.

Ohne ausdrücklich die Burka zu nennen, gilt das belgische Verbot für jede Person, die ihr Gesicht in der Öffentlichkeit so verhüllt, dass sie nicht mehr zu identifizieren ist. Ausgenommen sind unter anderem Leute, die das von Berufs wegen müssen. Befürworter des Verbots sagen, der Schleier sei ein Symbol für die Unterdrückung muslimischer Frauen.