Die heftige Serie der nächtlichen Brandanschläge auf Autos in Berlin reißt nicht ab. In der Nacht zum Mittwoch zündeten unbekannte Täter 15 Fahrzeuge an. Fast im Viertelstundentakt gingen die Meldungen bei Polizei und Feuerwehr ein.
Schon in der Nacht zum Dienstag waren in Berlin elf Autos in Flammen aufgegangen, sieben weitere wurden beschädigt. Die Berliner Kriminalpolizei geht in vielen Fällen der letzten Wochen von linksextremistischen Tätern aus. Der für politische Taten zuständige Staatsschutz der Polizei übernahm die Ermittlungen.
«Schreckliche Serie»
Berlins Innensenator Ehrhart Körting verurteilte die «schreckliche Serie» von Brandanschlägen scharf. Er sicherte zusätzliche Polizeistreifen zu. Die Polizei sprach von einer neuen Situation, nachdem es in zwei aufeinanderfolgenden Nächten nun Brandstiftungen in zweistelliger Zahl gegeben hat.
Den Brandstiftern fielen in der Nacht zu Mittwoch meist teure Autos zum Opfer. Allerdings waren auch ein Lastwagen, ein Wohnwagen und ein Motorroller darunter. Die meisten Brände gab es im westlichen Bezirk Charlottenburg, der als gutbürgerlich gilt. Die Bewohner sind durch die ausgebrannten Wracks verunsichert. Doch es brannte auch in anderen Bezirken wie Spandau und später auch in Friedrichshain im Osten. Auch in der vergangenen Woche waren allein in einer Nacht sieben Wagen angezündet worden.
250 brennende Autos
Bis zum Dienstag zählte die Polizei seit Jahresbeginn etwa 250 brennende Autos. Die Hälfte davon würden als Brandstiftungen von Linksextremisten eingestuft, da bestimmte Indikatoren auf einen solchen Täterkreis hinwiesen, sagte ein Polizeisprecher.
Im bisherigen Rekordjahr 2009 gab es 145 direkte Brandanschläge, die mutmaßlich von Linksextremisten verübt wurden. Mehrere hundert Autos brannten ab oder wurden beschädigt. Im vergangenen Jahr ging die Zahl der direkt politisch motivierten Anschläge auf 44 zurück.
Maßnahmen verstärken
Körting sagte, mittlerweile gebe es noch mehr Brandstreifen der Polizei. «Wir werden die Maßnahmen verstärken, aber bei den vielen tausend Kilometern Straße ist es nicht möglich, überall Polizisten hinzustellen.» Daher hoffe die Polizei auch auf Hinweise aus der Bevölkerung.
Bei den Brandstiftern handele es sich wohl um Einzeltäter und Nachahmungstäter, sagte Körting. Nicht alle handelten aus politischen Motiven, aber die linksextreme Szene habe in den vergangenen Jahren das Fundament für Nachahmer und Pyromanen gelegt.
Zu Demaart
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