Es sei ein Zeichen, dass die Menschen von der Kunst erwarteten, sich frei zu äußern und eine «wichtige Rolle» in gesellschaftlichen Reformen zu spielen, sagte Ai Weiwei am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa in Peking.
Sein Erfolg zeigt nach seiner Darstellung ferner, dass nicht akzeptiert werde, wenn die Rechte der Bürger und die freie Meinungsäußerung missbräuchlich eingeschränkt werden. Die Auszeichnung durch das britische Magazin «ArtReview» sei eigentlich eine Würdigung bestimmter Werte.
«Persönliche Macht ist begrenzt»
«Ich denke, die persönliche Macht ist begrenzt», sagte Ai Weiwei. «Ein Mensch kann seinen Einfluss nur zur Geltung bringen, wenn sein Ausdruck wirksam ist. Die vorgebrachten Werte und seine Vorstellungskraft müssen von anderen geteilt werden. Insofern gehört seine Macht eigentlich all jenen, die sich mit den Werten der Kunst und der Menschlichkeit identifizieren.»
Weiter wollte sich Ai Weiwei nicht äußern, weil ihm die Bedingungen für seine Freilassung eigentlich Interviews mit ausländischen Medien untersagen. «Ich darf nicht so viel reden.» Zuvor hatte das chinesische Außenministerium die Auswahl von Ai Weiwei kritisiert: Sie basiere auf «politischen Vorurteilen».
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