Ägypten und Israelis haben am Donnerstag an ihrer gemeinsamen Grenze Gefangene ausgetauscht. Der im Juni in Ägypten unter Spionageverdacht festgenommene Student Ilan Grapel mit israelisch-amerikanischer Doppelstaatsbürgerschaft wurde von Ägypten im Gegenzug zur Freilassung von 25 Ägyptern aus israelischen Gefängnissen auf freien Fuß gesetzt.
Der bei seiner Festnahme im Juni 27-Jährige sei am Grenzübergang Taba an Israel übergeben worden, sagte ein ägyptischer Sicherheitsbeamter. Israelischen Medienberichten zufolge sollte Grapel jedoch direkt von Kairo nach Tel Aviv geflogen werden.
«Gewöhnliche Straftäter»
Die von Israel freigelassenen Ägypter passierten Taba in Richtung Heimat. Es handelte sich den Angaben zufolge um gewöhnliche Straftäter und nicht um Häftlinge, die im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt inhaftiert waren. Es seien überwiegend Schmuggler. Drei von ihnen waren Minderjährige.
An den Verhandlungen um den Gefangenenaustausch war nach ägyptischen Angaben auch Washington beteiligt. Der Austausch bedeutet eine gewisse Entspannung in den israelisch-ägyptischen Beziehungen, die sich nach dem Sturz von Husni Mubarak verschlechtert hatten.
«Tragische Figur»
Ob Grapel tatsächlich ein Spion war, galt in Israel und den USA als äußerst unwahrscheinlich. Vielmehr wird der Jura-Student aus Atlanta im US-Bundesstaat Georgia als tragische Figur gesehen, die in den Wirren nach dem Umsturz in Ägypten zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort gewesen sei. Grapel hielt sich nach Angaben seiner Familie, die in New York lebt, zu einem freiwilligen Dienst für Flüchtlinge in Ägypten auf. Die ägyptische Justiz hatte keine formelle Anklage erhoben.
Nach dem Gefangenenaustausch verbleiben nach Angaben aus Kairo noch 56 Ägypter in israelischen Haftanstalten. Nach israelischen Angaben sind es 67.
In der vergangenen Woche hatte Israel den vor mehr als fünf Jahren in den Gazastreifen verschleppten Soldaten Gilad Schalit gegen 477 palästinensische Häftlinge ausgetauscht. Darunter waren viele wegen blutiger Anschläge auf Israelis zu langen Haftstrafen Verurteilte. Bis Mitte Dezember sollen als Teil dieser Vereinbarung weitere 550 Palästinenser freigelassen werden.
Zu Demaart
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