Der einst unter dem Namen «Carlos, der Schakal» bekannte Venezolaner muss sich wegen Mittäterschaft bei vier Anschlägen aus den Jahren 1982/1983 in Frankreich verantworten. Bei den Anschlägen starben elf Menschen; mehr als 100 wurden verletzt.
Ebenfalls angeklagt sind die mutmaßlichen deutschen Komplizen Christa-Margot Fröhlich und Johannes Weinrich sowie der flüchtige Mitangeklagten Ali al-Issawi. Sie sind jedoch alle nicht bei dem Prozess anwesend.
«Carlos» soll Anschläge in Auftrag gegeben haben
Bei den Anschlägen starben insgesamt elf Menschen; mehr als 100 wurden verletzt. Carlos (62) hatte sie laut Anklage in Auftrag gegeben, um die Freilassung zweier Komplizen zu erzwingen. Er selbst bestreitet die Vorwürfe und ist 1997 bereits in Frankreich wegen der Ermordung zweier französischer Agenten und eines Informanten zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden.
Gegen den mutmaßlichen Komplizen Weinrich war im Januar 2000 in Deutschland wegen eines Bombenanschlags in Berlin ebenfalls eine lebenslange Haft verhängt worden. Beide müssen sich wegen Beihilfe zum Bombenanschlag auf den Zug Toulouse-Paris am 29. März 1982 verantworten.
Anschlag soll Jacques Chirac gegolten gaben
Der Anschlag soll dem damaligen französischen Oppositionsführer und späteren Präsidenten Jacques Chirac gegolten haben. Die Anklage stützt sich dabei auf Dokumente aus der DDR und Ungarn. Zudem wird Carlos ein Anschlag am 31. Dezember 1983 auf einen Hochgeschwindigkeitszug vorgeworfen, bei dem fünf Menschen ums Leben kamen.
Carlos soll auch an Bombenanschlägen auf den Pariser Sitz des arabischen Magazins «Al Watan Al Arabi» im April 1982 und auf einen Bahnhof in Marseille mitgewirkt haben. An dem bis zum 16. Dezember angesetzten Prozess werden nach Justizangaben 51 Nebenkläger, 65 Zeugen, 9 Experten und 13 Übersetzer teilnehmen.
Zu Demaart
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