Das Nationalmuseum für Geschichte und Kunst (MNHA) und das Cercle Cité würdigen den Künstler, der 1997 verstarb, mit einer großen Werkschau.
MNHA
Bis zum 25. März 2012
Di.-So.: 10-18 Uhr
Marché-aux-Poissons
L-2345 Luxemburg
www.mnha.luCercle Cité
Bis zum 29. Januar 2012
Mo.-So.: 11-19 Uhr
Place d’Armes
Luxemburg
Tel.: (+352) 47 96 51 33
www.cerclecite.luFührungen
MNHA
Do.: 18 Uhr (F)
So.: 11 Uhr (L)Cercle Cité
Sa., 3.12. und 17.12. um 11 Uhr
Sa., 7., 14., 21. und 28.1. 2012
um 11 Uhr
Biografische Notiz
Joseph Probst wurde am 18. November 1911 in Vianden geboren. 1922 zog die Familie nach Luxemburg-Stadt um. Er besuchte von 1924 bis 1931 das hauptstädtische „Athénée“. Von 1932 bis 1934 studierte er an der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Brüssel und von 1934 bis 1935 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Vor und während der Kriegsjahre zeichnete und malte Probst rein figurativ. Später wandte er sich nach und nach der Abstraktion zu. 1947 heiratete er die Keramikerin Colette Wurth, seine ehemalige Schülerin. Auch die Tochter des Paares, Annette Weiwers-Probst, schlug eine Künstlerkarriere ein. Am 8. Juli 1997 verstarb Joseph Probst im Alter von 85 Jahren in Junglinster.
Von den ersten figurativen Arbeiten Probsts aus den späten 30er und frühen 40er Jahren des 20. Jahrhunderts über die von der „Ecole de Paris“ beeinflusste Malerei, die geometrische und lyrische Abstraktion bis hin zur Wiederaufnahme von figurativen Elementen in seinen Werken reicht das Angebot.
Umfassender Überblick
Die Retrospektive Joseph Probst (bereits die dritte nach jener anlässlich seines 80. Geburtstags im Jahr 1991 und der ersten im Jahr 1979) bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Schaffensperioden des Künstlers, der am 18. November 1911 in Vianden das Licht der Welt erblickte. Und das gleich in zwei Ausstellungslokalen.
Erstmals wird dem Publikum die Möglichkeit geboten, nicht nur die komplette Probst-Sammlung des MNHA zu beäugen. Es werden – vor allem im Cercle Cité – auch etliche Arbeiten gezeigt, die bislang der Öffentlichkeit verborgen blieben, weil sie aus privaten Sammlungen stammen.
Während im Nationalmuseum der künstlerische Lebensweg Probsts anhand einer chronologisch aufgebauten Ausstellung beleuchtet wird, stehen im Ratskeller des Cercle Cité die Arbeiten aus den frühen 1980er Jahren im Mittelpunkt, zu denen der Künstler von Gedichten und Liedern der deutschen Romantik inspiriert wurde.
Des Weiteren werden in beiden Ausstellungslokalen auch Werke der Keramikerin und Gattin des Künstlers, Colette Probst-Wurth, (1928-2008) gezeigt.
Begnadeter Zeichner
Joseph Probst, der an den Akademien der Schönen Künste in Brüssel und Wien studiert hatte, war ein begnadeter Zeichner. So sind im MNHA denn auch zahlreiche Zeichnungen des Künstlers zu sehen, hauptsächlich Porträts. In seinen ersten Ölgemälden stehen das Porträt und Stillleben im Mittelpunkt.
Ende der 1940er Jahre wird das Werk von Probst stark durch die Pariser Schule beeinflusst. 1947 heiratet er seine Schülerin Colette Wurth und besucht zusammen mit ihr Paris, wo beide mit den neuesten Tendenzen der französischen Malerei Bekanntschaft machen. Probst wird in den Folgejahren gänzlich von der Figuration loslassen, sich zunächst (zwischen 1952 und 1954) der geometrischen, dann ab 1955 der lyrischen Abstraktion zuwenden, die ihm eine größere Formenfreiheit erlaubt.
Tiefgehende Strukturen
In den 1960er Jahren stechen in seinen Arbeiten auch verstärkt tiefgehende Strukturen hervor. 1971 vollzieht sich bei Probst ein wichtiger Wandel: Er wechselt von Öl- zu Acrylfarben. Die Farbintensität in seinen Arbeiten wird stärker, die Linien wieder klarer. Schließlich kommt in den Arbeiten Probsts auch Pastellkreide zum Einsatz. Im Laufe der Jahre tauchen außerdem wieder vermehrt figurative Elemente, zunächst einfachste geometrische Formen, schließlich Objekte und ab 1990 auch wieder Teile menschlicher Körper auf.
Am 8. Juli 1997 starb Joseph Probst in Junglinster. Der Künstler hat ein mehr als beachtliches Lebenswerk hinterlassen, das nun anlässlich seines 100. Geburtstages durch die Doppelausstellung im MNHA und im Cercle Cité ins rechte Licht gerückt wird. Interessant auch, dass dem Publikum die Gelegenheit geboten wird, einen Teil des Schaffens seiner Gattin, Colette Probst-Wurth, in Augenschein zu nehmen.
Zu Demaart
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