Der Bus gehört zu den Exponaten der Kunst-Triennale „Beaufort 04“, bei der 28 zeitgenössische Künstler aus ganz Europa mitmachen, und ist das Werk des Luxemburger Duos Feipel & Bechameil.
„Beaufort 04“
Kunst-Triennale an derbelgischen KüsteBis zum 30. September in neun Küstengemeinden von De Panne bis Zeebrügge.
Das Projekt von Martine Feipel und Jean Bechameil ist am Hauptstrand von Blankenberge zu finden.
Martine Feipel und Jean Bechameil, die Luxemburg anlässlich der Biennale in Venedig im vergangenen Jahr mit ihrem Projekt „Le cercle fermé“ vertraten, haben dieses kuriose Blicke und rege Aufmerksamkeit auf sich ziehende Objekt realisiert. In insgesamt neun Gemeinden an der belgischen Küste sind im Rahmen der Triennale „Beaufort 04“ zahlreiche Kunstwerke zu sehen, doch „Many Dreams“ des Luxemburger Duos ist mit Sicherheit eines der spektakulärsten.
Ein Traum, der nicht enden will
„Als man uns zur Triennale eingeladen hat, haben wir uns mit dem Thema Meer beschäftigt. Wenn man dem Ozean gegenübersteht, dann hat man den nötigen Raum zum Träumen“, erklärt Martine Feipel, „und man fragt sich, was liegt hinter diesem Meer? Ist dort alles besser? Dann kam uns die Idee mit dem kleinen Reisebus.“
Und der taucht – wie aus dem Meer an Land geschwemmt – auf, immer noch mit Gepäck beladen, aus einer längst vergangenen Zeit stammend. „Es ist so, als würde der Traum nicht zu Ende gehen wollen!“, betont die Künstlerin. Im Januar haben die konkreten Arbeiten an dem Projekt begonnen. Zunächst fertigte das Künstlerpaar ein Modell im Maßstab 1:60 an, von einem Setra-Kässbohrer S6 aus den 1950er-Jahren.
Bis Ende des Sommers 2012
Dann machte man sich auf die Suche nach einem Originalbus aus dieser Zeit. „Wir suchten im Internet und stießen bald auf eine französische Seite, die sich mit alten Bussen befasst. Als wir die Verantwortlichen ansprachen, meinten die nur: ‚Weshalb wendet ihr euch nicht an Georges Carbon?‘“ Dass es in Luxemburg einen Sammler historischer Busse geben würde, hatten beide nicht geahnt. Man kontaktierte Herrn Carbon und der erste Bus, der ihnen im Depot ins Auge fiel, war … der Setra, den beide schon im Modell benutzt hatten. „Das war reiner Zufall, aber wir haben uns riesig gefreut!“, lächelt Martine Feipel.
Das Künstlerduo nahm Abgussformen des Fahrzeugs und im Atelier in Esch entstand dann in mehrwöchiger Arbeit aus einer Art Kunstgips, der witterungsbeständig ist, das Werk, das nun bis Ende des Sommers 2012 an der belgischen Küste zu sehen ist.
Tolle Erinnerungsfotos
„Wir haben den Bus bewusst so gebaut, dass eine Tür offen steht und die Leute in ihn hineinsteigen können.“ Und das machen die Touristen denn auch ganz fleißig! Immerhin gibt das doch tolle Erinnerungsfotos aus dem Urlaub.
Denn einen 50er-Jahre-Bus, der darüber hinaus auch noch so aussieht, als sei er versteinert, kommt einem nicht alle Tage vor die Linse. Und an einem Badestrand, mitten im feinen Sand, schon erst recht nicht.
Zu Demaart
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