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Olympiatraining für jedermann

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Seit Mai gibt es in Luxemburg die Möglichkeit, effizientes und zielgerichtetes Spezialtraining auf höchstem Niveau zu absolvieren – und zwar für jedermann. Erstes Nationalteam im Boot der „Personal Training Academy“ (PTA) sind die Karatekas.

In der „Celula“ in Bettemburg hat am 1. Mai die erste „Personal Training Academy“ ihre Türen geöffnet. Das Konzept dieser neuartigen Trainingsmöglichkeit hat kein spezielles Zielpublikum, sondern richtet sich ganz nach den Bedürfnissen des Interessenten.

Fred Bertinelli zur PTA

Die Luxemburger Karate-Nationalmannschaft ist die erste, die sich die Dienste der „Personal Training Academy“ sicherte: „Ein solches System kann unseren Athleten sehr viel bringen. Ein Training ist auf die Bedürfnisse des Einzelnen ausgerichtet. Beim normalen Training wird eine Übung von zehn Leuten ausgeführt, die aber vielleicht nur acht etwas nützt. Hier wird für jeden Athleten ein spezifisches Training vorbereitet“, erklärte Fred Bertinelli, Vizepräsident der FLAM, und fügte hinzu: „Es ist ganz einfach ein System, das es sonst in Luxemburg nicht gibt. Hier werden verschiedene Körperregionen speziell aufgebaut, die man mit einem traditionellen Training nicht erreicht. Der Athlet erhält dadurch eine komplette Fitness.“

(chd)

Internet:
www.sportacademie.eu

Der ehemalige Judo-Nationaltrainer Pascal Zimmer, Tim Lamsfuß (D), einstiger Judo-Profi und WM-Bronzegewinner, sowie Ex-Tennis-Nationaltrainer Alioune Touré haben ihre Akademie mit dem Grundsatz „champions training for everyone“ (Champion-Training für alle) gegründet.

Das Team, das von France Leclercq (Pilates) und Gabriela Laera (Yoga) vervollständigt wird, könnte einerseits den Luxemburger Hochleistungssport revolutionieren, andererseits auch eine gelungene Abwechslung zu traditionellen Fitness-Studios für den Breitensport darstellen.

Neue Wege

Die Grundidee, das Hochleistungstraining für jedermann zugänglich zu machen, bedingt auch, sich vom klassischen Fitness- und Krafttraining zu entfernen. Bevor in der PTA das eigentliche Trainieren mit Hanteln beginnt, wird der Sportler erst während mehreren Wochen bei einem „funktionalen Training“ darauf vorbereitet – so dass die Rückenmuskulatur erst gestärkt und anschließend trainiert wird.

Die Cardio-Geräte, die man aus den „Mucki-Buden“ kennt, dienen in diesem Fall nur zum Aufwärmen oder Abkühlen. Diese Idee, die aus Amerika stammt, wurde durch Deutschlands Ex-Fußball-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann nach Europa „importiert“, der sein Team mit diesen Überzeugungen für die Weltmeisterschaft vorbereitete. Wissenschaftliche Recherchen haben bereits bewiesen, dass die vorher eingesetzten Trainingsmaschinen die Stabilität des Sportlers übernommen hatten, beim „funktionalen Training“ übernimmt der Körper diese Rolle selbst, und wird demnach permanent gestärkt.

Weniger Zeitaufwand

Das Konzept sieht ebenfalls vor, dass jeder Sportler – sei es nun ein Athlet oder ein Hobbysportler – rundum betreut wird. Der „Personal Coach“, der sich während des Programms um einen Einzelnen oder eine kleine Gruppe kümmert, plant für jeden ein spezifisches Trainingsprogramm – um die optimale Leistung bei jedem seiner Sportler zu erreichen. Ein solches Programm ist dementsprechend betreuungsintensiv.

Ähnlich persönlich wie das Programm ist auch der Aufbau der Akademie konzipiert. Getrennte Trainingsräume erlauben ungestörtes Arbeiten in einer gewissen Privatsphäre. Beim Gruppentraining ist die Zahl daher auf sechs Teilnehmer begrenzt. Dies ermöglicht dem Trainer einerseits, die Übersicht über die Sportler zu haben – wie es der Name der Akademie verspricht –, und andererseits auch, mit Trainingspartnern gemeinsame Entwicklungen festzustellen.

Detailliertes Programm

Ob nun Athlet oder Hobbysportler, für jeden wird das Training ausgewählt, mit dem die besten Resultate zu erzielen sind. Vor der Einschreibung wird für jeden Sportler ein detailliertes Programm definiert, das sowohl das tägliche Leben als auch andere sportliche Aktivitäten bis hin zu den Essgewohnheiten mit einbezieht. Anstatt an einem Übungsgerät nur einen einzelnen Muskel zu fördern, wird in der PTA eine Kette von Bewegungen ausgeführt – die folglich eine Anspannung mehrerer Muskeln erzeugt.

Der Ertrag ist wesentlich größer, und so dauert eine Einheit auch nur eine Stunde. Die Intensität einer Trainingseinheit ist nicht mit einem traditionellen Fitnessprogramm zu vergleichen. Der Kern dieser modernen Ideologie liegt darin, das effizienteste Training für jedermann zu bestimmen – und so das bestmögliche Resultat zu erzielen.

(Christelle Diederich/Tageblatt.lu)