Donnerstag1. Januar 2026

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Obama und Hollande machen Merkel Dampf

Obama und Hollande machen Merkel Dampf
(dpa)

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Vor dem G-8-Gipfel in Camp David haben sich US-Präsident Barack Obama und der neue französische Präsident François Hollande gemeinsam für eine auf mehr Wachstum ausgerichtete Politik ausgesprochen.

Ziel des G-8-Gipfels müsse eine «starke Wachstumsagenda» sein, sagte Obama am Freitag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Hollande in Washington. Beide seien sich einig, dass die Schuldenkrise in Europa «von außergewöhnlicher Bedeutung für die Weltwirtschaft» sei.

Damit richten sich die Staatschefs an die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, die sie wenige Stunden später auf dem G-8-Gipfel in Camp David treffen wollten. Die Kanzlerin ist zwar auch zu gezielten Konjunkturimpulsen bereit, wehrt sich aber gegen ein massives Wachstumspaket und gegen eine Lockerung des Sparkurses in der Eurozone.

Merkel in der Defensive

In einer Rede in Washington hatte Obama die Lage in der Währungsunion schon am Morgen als «drängende Herausforderung» bezeichnet. Hollande hatte sich mit der Drohung, Merkels Fiskalpakt ohne einen neuen Wachstumspakt nicht ratifizieren zu lassen, viele Stimmen für seinen Wahlsieg vor anderthalb Wochen erkämpft. Durch den Schulterschluss von Obama und Hollande kurz vor dem G-8-Gipfel gerät Merkel weiter in die Defensive.

Angela Merkel will in Camp David ihre Doppelstrategie aus Spardruck und gezielten Wachstumsimpulsen verteidigen. Es gebe unter den europäischen G-8-Regierungen «hohe Übereinstimmung, dass Konsolidierung und Wachstum keine Gegensätze sind», hatte ihr Sprecher Steffen Seibert vor dem Abflug erklärt. Allerdings werden auch in Brüssel die Rufe nach einer Streckung des Schuldenabbaus lauter. EU-Kommissionschef José Manuel Barroso hatte am Donnerstag vor den UN in New York betont, der Stabilitätspakt lasse eine «Anpassung» an die wirtschaftlichen Bedingungen zu. In Spanien und sechs anderen Euroländern wird die Wirtschaft nach EU-Prognosen in diesem Jahr schrumpfen.