Raphaël Stacchiotti, der am Eröffnungstag noch pausierte, trat über 200 m Lagen mit zwei Zielen an. Zum einen wollte der SCDE-Schwimmer wie sein Klubkamerad Laurent Carnol am Tag zuvor zumindest den Sprung ins B-Finale packen und zum anderen mit der A-Norm die Olympiateilnahme ganz sicher machen. Leider sollte es für ihn nur ein halbes Happy End geben.
Die Resultate
200 m Freistil Männer, Vorlauf:
1. Paul Biedermann (D) 1.47.3920. Amaury Leveaux (F) 1.50.3841. J.-Fr. Schneiders (L) 1.53.71(48 Teilnehmer)200 m Lagen Männer, Vorlauf:
1. Laszlo Cseh (HUN) 1.59.1513. Raphaël Stacchiotti (L) 2.02.3616. Martin Livamagi (EST) 2.02.42(39 Teilnehmer)200 m Lagen Männer, Halbfinale:
1. Laszlo Cseh (HUN) 1.57.808. Federico Turrini (ITA) 2.01.1716. Raphaël Stacchiotti (L) 2.03.50(16 Teilnehmer)
Während Carnol am Dienstag seinen Ruhetag genoss, sollte wie am Montag der dritte Mann des Trios den ersten FLNS-Einsatz bestreiten. Für Jean-François Schneiders waren die 200 m Freistil nur ein weiterer praktischer Test für sein großes Rennen am Freitag, die 200 m Rücken.
Persönliche Bestzeit
Der Wiltzer trat im zweiten Serienlauf auf Bahn 2 an und belegte hinter Danas Rapsys (LTU) den zweiten Platz. Zwar konnte kein Schwimmer dieses Laufs ins Halbfinale vorstoßen, für Schneiders, der sich über dieses Ergebnis freute, sollte es aber eine persönliche Bestzeit (80/100) werden: „Das schafft Selbstvertrauen für meine Paradestrecke am Freitag.“
Mit einer Meldezeit von 2’00″22 vom Euro-Meet schlug am Dienstag im dritten Rennen die Stunde von Raphaël Stacchotti über 200 m Lagen. Dem zweifachen Junioren-Europameister fehlten im Januar 4/100 zur A-Norm.
Halbfinale
Dieses Versäumnis wollte Stacchiotti im dritten Vorlauf nachholen. Leider ging die Rechnung nicht auf, der 19-Jährige schlug in 2’02″36 als Dritter an, demnach über 2″ über seiner Bestzeit. Zum Glück waren die 200 m Lagen insgesamt sehr langsam, denn das Chrono reichte zur zweiten Chance. Damit hatte Stacchiotti zumindest ein Ziel gepackt, das Halbfinale: „Da ist auf jeden Fall noch mehr drin, da ist noch Luft nach oben.“ Nationaltrainer Ingolf Bender ergänzte: „Viele der Favoriten tun sich am Morgen schwer, auch das Becken scheint nicht das schnellste zu sein. Aber ich bin sicher, Raphaël wird heute Abend noch was draufpacken können.“
Bender sollte nicht recht behalten, ganz im Gegenteil. Eigentlich war Stacchiotti auf Bahn 7 des ersten Halbfinal-Laufs bei den 50 m Delfin noch gut dabei (4.), fiel dann aber auf dem Rücken (5.) zurück, um auf der Brust (36″89) auf den letzten Platz durchgereicht zu werden. Auf den abschließenden 50 m Kraul konnte der Ettelbrücker keinen Boden gutmachen und wurde in diesem ersten Halbfinale deutlich Letzter. Die Zeit von 2’03″50 verdeutlicht diesen enttäuschenden Abend für den Luxemburger Hoffnungsträger.
Eine Zeit, die weit entfernt von den Wünschen und Erwartungen lag. Raphaël Stacchiotti muss demnach immer noch ein bisschen um sein London-Ticket bangen. Schade, denn mit Bestzeit hätte der Luxemburger diesen Lauf nicht nur gewonnen, sondern sich auch für das Finale am Mittwoch (23.05.12) qualifiziert.
Final-Kandidat
Vor zwei Jahren ging der EM-Mittwoch in Budapest in die Geschichte ein, als Laurent Carnol über 200 m Brust als erster Luxemburger in ein Finale einziehen konnte. Am Ende belegte der „englische Student“ den fünften Platz und ließ in Europa aufhorchen.
Inzwischen ist Carnol weiter gereift, nach eigenen Aussagen aber nicht zu 100% in Form. Das 100-m-Rennen vom Montag hat dies bestätigt, dennoch gehört der SCDE-Schwimmer am Mittwoch (23.05.12) über 200 m Brust zu den Final-Kandidaten, ein Ziel, das Carnol anstrebt. Schneiders wird am Mittwoch (23.05.12) über 50 m Rücken seinen dritten EM-Einsatz bestreiten, eine gute Gelegenheit, die Grundschnelligkeit zu testen.
Zu Demaart
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