Chen Guangfu sei am Freitagabend nicht in sein Hotel in Peking zurückgekehrt, sagte der Anwalt am Samstag. Wenige Tage zuvor war der älteste Bruder des Aktivisten aus seinem Heimatdorf geflohen, das er nach eigenen Angaben auf Anordnung der Behörden nicht verlassen durfte. Allerdings habe er sich in Peking um rechtliche Hilfe für seinen Sohn bemühen wollen, der kürzlich wegen versuchten Mordes angeklagt wurde.
Chen Guangfu hatte der Nachrichtenagentur Reuters vor drei Tagen Details über Repressalien der Behörden gegen seine Familie nach der Flucht seines Bruders geschildert. Der blinde Bürgerrechtler Chen Guangcheng war vor einer Woche in die USA ausgereist. Zuvor war er aus seinem Hausarrest geflohen und hatte in der Pekinger US-Botschaft Zuflucht gesucht.
Seinem Neffen wird vorgeworfen, mit Messern gegen Polizisten vorgegangen zu sein, die in sein Haus eindrangen. Der Polizei-Einsatz fand an dem Tag statt, an dem die Behörden feststellten, dass Chen Guangcheng auf der Flucht war. Die Familie des Bürgerrechtlers sieht die Anklage des Neffen ebenfalls als Teil der Behördenrache.
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