In einem Interview mit der «Financial Times» sagte Notenbankgouverneur Panicos Demetriades, das Land befinde sich an «einem entscheidenden Punkt». Die kleine Inselnation brauche eventuell die Hilfe der europäischen Partner, um die Banken zu rekapitalisieren, die schwer unter der Krise in Griechenland litten, fügte Demetriades hinzu.
Das «Wall Street Journal» hatte am Samstag berichtet, dass die zweitgrößte Bank Zyperns staatliche Hilfen beantragt hat, was die Staatsfinanzen arg strapazieren und die Defizitziele in diesem Jahr obsolet machen würde. Der Vorstandsvorsitzende der Popular Bank, Michalis Sarris, sagte der «Financial Times», «ich weiß nicht, woher die Kapitalisierung kommen soll, wenn nicht von Europa».
Ein Notfallplan
Die Staatsanleihen Zypern rangieren bereits bei zwei Ratingagenturen in der Spekulationsklasse und das Land muss für zehnjährige Staatsanleihen rund 14 Prozent Zinsen berappen. Vor dem Notenbankgouverneur hatte der zyprische Präsident Demetris Christofias erklärt, er sei nicht sicher, ob Zypern ein Hilfsersuchen stellen werde, er schloss es in einem BBC-Interview allerdings auch nicht aus.
Der Präsident hatte auch erklärt, dass Zypern an einem Notfallplan arbeite, für den Fall, dass Griechenland die Eurozone verlasse. Das finanzielle Engagement Zyperns in Griechenland wird auf mehr als das Doppelte des zyprischen Bruttoinlandsprodukt geschätzt. Nach Griechenland, Irland und Portugal wäre Zypern das vierte Land unter dem Euro-Rettungsschirm.
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