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Wegweisend

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Let the games begin: In Anwesenheit von Staatsoberhaupt Queen Elizabeth II. werden am Freitag (27.07.12) in der britischen Hauptstadt die 30. Olympischen Sommerspiele eröffnet.

Es sind Rekordspiele: London ist als erste Stadt der Welt zum dritten Mal Olympia-Gastgeber. Das Motto lautet: „Inspire a generation“. Es sollen also wegweisende Spiele werden. Schafft London dies, unter der Führung von Lord Sebastian Coe, der das Mammut-Event an die Themse lotste?

Es sollen „grüne“ Spiele werden. Angesichts des betriebenen Aufwands scheint dies schwer vorstellbar. Die Kosten explodierten wie bei den vorherigen Spielen ins Unermessliche. Der Gigantismus der Spiele soll eingedämmt sein … auch schwer zu glauben, wenn man auf dem Olympia-Gelände um sich blickt.

Und die Eröffnungsfeier am Freitag (27.07.12) (mit als Luxemburger Fahnenträgerin Judoka Marie Muller) eines Hollywood-Regisseurs mit einem James Bond und ca. 15.000 Komparsen dürfte ebenfalls vieles in den Schatten stellen. An die Show, die erst um 22.00 Uhr MESZ beginnt, werden sich auch die ca. 120 anwesenden Staatschefs, darunter Großherzog Henri, die 80.000 Zuschauer im Olympiastadion im Osten Londons und die geschätzte Milliarde an den TV-Schirmen noch lange erinnern.

An die Spiele selbst auch, vor allem die Briten, denn wenn die Herangehensweise auch nur annähernd so akribisch war wie bei Sky und Bradley Wiggins, wird das Insel-Königreich wohl ziemlich viele Medaillen abräumen. Bolt und Phelps wollen weiter an ihren Legenden stricken, und auch andere Superstars werden Olympia ihren Stempel aufdrücken – und sich damit den Weg öffnen für neue lukrative Sponsorendeals.

Bestätigung

Sport und Sport kann zweierlei sein, das tritt bei Olympia deutlich zu Tage. 10.500 Sportler – da sind Großverdiener wie Bolt und Federer eigentlich in der Minorität. Aber ohne Lokomotiven geht es eben auch nicht. Trotzdem: Vielerorts werden kleinere Brötchen gebacken, auch in Luxemburg. Aber auch für das Großherzogtum könnten die Spiele wegweisend sein. Bringen die anwesenden Sportler gute und die von ihnen erwarteten Ergebnisse, ist dies auch das Resultat einer seit dem Anfang des Jahrtausends sich stetig wandelnden Förderpolitik. Es wäre eine Bestätigung, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist. An Carnol, den Mullers und ihren sechs Mitstreitern liegt es, diesen Beweis anzutreten.

Die direkten letzten Vorbereitungen in Luxemburg, in Lehrgängen und nun in London verliefen jedenfalls gut, die Bedingungen sind hervorragend, „Chef de mission“ Heinz Thews blickt den Dingen, die da kommen, optimistisch entgegen. Die großen Probleme gab es schon früher: „Optimal war es natürlich nicht, wenn du kurz vor Toreschluss noch Topqualifikationskandidaten und ganz am Ende plötzlich auch noch eine ganze Radtruppe verlierst. Aber die, die hier sind, die sind alle optimal vorbereitet.“

(Claude Clemens/Crëscht Beneké/London/Tageblatt.lu)