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«Meine Mutter ist kein Monster»

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Frédéric, der älteste Sohn von Michelle Martin verteidigt seine Mutter. Sie sei kein Monster. Ihre Verlegung in das Kloster von Malonne würde ihr Erlauben, ihren Frieden zu finden.

„Diese paar Sachen sind das Einzige, was mir von meiner Großmutter bleibt“, erklärt der älteste Sohn von Michelle Martin und Marc Dutroux, Frédéric belgischen Journalisten. Seine Mutter, die Ex-Ehefrau von Kinderschänder, Marc Dutroux hätte nichts Falsches getan, als sie ihre Kinder als Erben des Vermögens eingesetzt habe, so der Sohn weiter in einem Interview der flämischen Zeitung „Dag Allemal“. Sie habe nur sicherstellen wollen, dass ihre drei Kinder in den Besitz der Kindheitserinnerungen kämen. Sie seien nicht reich. Und es läge ihnen fern, sich bereichern zu wollen. Aber die Kinder des Kinderschänder-Paares finden es schade, dass sich die Zivilparteien der Erbschaft, die nur einige Tausend Euro wert sei, bemächtigen wollen. Diese Aktion würde ihr Leid nicht tilgen.

Logo" class="infobox_img" />Die Freilassung von Michelle Martin bleibt umstritten. (AFP)

Über die Entscheidung der Richter, seine Mutter in einem Kloster unterzubringen, sagte der 28-jährige Sohn in belgischen Medien, dass es der „ideale Ort“ für seine Mutter sei. Dort könne sie Ruhe und Frieden finden. Bei ihrer Entlassung werde es da sein. Er werde ihr aber nicht in die Arme fallen, so der junge Mann, der jedoch vor etwaigen Racheaktionen Angst hat.

Über die Familien der Opfer von Dutroux sagte Frédéric, dass er ihnen wünsche, dass sie ihren Frieden finden. Er wünsche auch, dass sein Vater Frieden finde. Eine Haftentlassung sei bei ihm aber unangebracht.

Bedauern bei der Komplizin

Der Sohn des Paares verteidigt seine Mutter. Sie sei kein Monster. Die Medien hätten dieses Bild von ihr gemalt. Er kenne sie aber besser. Michelle Martin sei ein emotionaler Mensch. Sie hätte des Weiteren während ihrer Haftstrafe eine Therapie mitgemacht, um ihre Gefühle besser unter Kontrolle zu bekommen. Sie würde das, was passiert ist, auf Tiefste bedauern und sei oft in Tränen ausgebrochen, wenn sie über die Opfer von Marc Dutroux gesprochen hat.

Marc Dutroux und Michelle Martin haben drei Kinder: zwei Söhne und eine Tochter. Michelle Martin soll vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen werden. Nonnen wollen sie in ihrem Kloster in der wallonischen Kleinstadt Malonne aufnehmen. Die definitive Entscheidung über die Haftentlassung der Ex-Frau von Marc Dutroux fällt am 28. August. Die Belgier sind jedoch empört. Michelle Martin saß nur 16 ihrer 30-jährigen Haftstrafe ab. Sie wurde vor 16 Jahren zusammen mit ihrem Ex-Mann, Marc Dutroux, verurteilt. Ihnen wurden Entführung, Gefangennahme und Vergewaltigung von sechs Mädchen und jungen Frauen sowie der Tod von vier Opfern zur Last gelegt. Dutroux muss lebenslänglich hinter Gittern bleiben.