Mittwoch21. Januar 2026

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Hollande droht mit Militärschlag

Hollande droht mit Militärschlag
(dpa)

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Harte Worte aus Paris. Als dritter Staat droht Frankreich Syrien für den Fall eines Chemiewaffeneinsatzes mit einer Militärintervention.

Die Benutzung der Massenvernichtungswaffen wäre für die internationale Gemeinschaft ein legitimer Grund für einen direkten Einsatz, sagte Präsident François Hollande am Montag in Paris vor französischen Diplomaten. Auch die USA und Großbritannien haben eine Militärintervention offen ins Spiel gebracht, sollte die Führung in Damaskus auf ihre Arsenale zurückgreifen. Die Türkei verlangte wegen der Flüchtlingswelle aus Syrien Unterstützung des Auslands. Rebellen schossen in Damaskus nach eigenen Angaben einen Armee-Hubschrauber ab. Bei Angriffen der Armee kamen Oppositionellen zufolge mehr als 60 Menschen ums Leben.

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu sagte, die
Regierung in Ankara möchte zwar ihre menschliche Pflicht erfüllen. Das Ausmaß werde aber zu einer Belastung, die sich die internationale Gemeinschaft teilen müsse. Die Zahl der
Bürgerkriegsflüchtlinge hat sich in den vergangenen zwei Monaten mit mehr als 80.000 fast verdoppelt. Die Türkei, die sich vom Verbündeten zu einem der schärfsten Kritiker von Präsident Baschar al-Assad gewandelt hat, hat Tausende Flüchtlinge nahe
der Grenze aufgenommen. Seit Beginn der Revolte im März vergangenen Jahrs haben mehr als 200.000 Syrer Schutz im Ausland gesucht.

Hubschrauber abgeschossen

Der französische Außenminister Laurent Fabius sagte am Montag die Einrichtung einer Flugverbotszone wäre unvermeidbar, sollte der Strom an Flüchtenden anhalten. Die Armee griff nach Darstellung von Oppositionellen Vororte von Damaskus an und tötete dabei mindestens 62 Menschen. Den
Rebellen sei es aber gelungen, einen Hubschrauber abzuschießen. Das Staatsfernsehen sprach von einem Absturz. Sollte sich die Darstellung der Rebellen bewahrheiten, wäre das für die leicht bewaffneten Gegner von Assad ein wichtiger militärischer Erfolg. Die Berichte können nur schwer überprüft werden, weil die Regierung Journalisten an einer freien Berichterstattung hindert.

In dem Bezirk Dschobar wurden Aktivisten zufolge fünf Syrer von Soldaten gefangengenommen und exekutiert. Der Armee-Beschuss ziele direkt auf Zivilisten in ihren Häusern, sagte eine Aufständische. Ein Mann hielt den Kopf eines getöteten Jungen in der Hand, dem offenbar ein Granatsplitter den Kiefer gespalten
hatte: «Ich bete, dass du (Assad) einmal deine eigene Kinder so
vorfinden wirst.» Ein Koordinierungskommitee der Rebellen nannte die Situation für die Bevölkerung entsetzlich. Tote und
Verwundete würden in den Straßen liegen und könnten wegen des schweren Beschusses nicht geborgen werden.