Aus diesen Zutaten haben 50 begeisterte Freiwillige ein Spektakel gezaubert, das am Freitag im „Cube 521“in Marnach seine Premiere feiert. Und danach gerneauf Tournee gehen würde.
De leschten Dag an e Stéck vun der Nuecht
Premiere: 14. September um 20 Uhr im „Cube 521“ in Marnach• Weitere Vorstellung im „Cube“: am 16. September um 17 Uhr
• Vorstellung in der Escher KuFa: am 5. Dezember
um 20 Uhr• Tickets und Info:
Was macht der Mensch an seinem letzten Tag? Besinnt er sich auf seine Sünden? Denkt er über den Zustand der Welt nach, die er hinterlässt? Macht er ein letztes Mal Urlaub und lässt es noch mal richtig fetzen? Lebt er das Ende mit Revolte oder Fatalität?
Nicht jeder hat den Mut, sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen. Genau das hat jedoch eine Gruppe Jugendlicher aus den Jugendhäusern von Ulflingen und Wiltz getan. Aus ihren Überlegungen entstand der Stoff einer Show, die jetzt auf die Bühne kommt.
„Kultur muss nicht aus der Hauptstadt kommen. Auch im Norden sind wir kreativ“, meinten die jungen Leute und konzipierten ein Tanz- und Musikspektakel, in dem ihre anfänglichen Überlegungen immer mehr Dramatik bekommen. Die Idee fand ein positives Echo. Das Projekt wird vom Familienministerium und dem „Service national de la jeunesse“ unterstützt. Dadurch konnte mit der Choreografin Sylvia Camarda und dem Musiker Serge Tonnar eine professionelle Leitung verpflichtet werden. Für die materielle Betreuung der jungen Leute, die seit drei Wochen in Weicherdingen wohnen, sorgt das Personal des Jugendhauses und des SNJ.
Best of
Um die besten Tänzer verpflichten zu können, wurde über Internet ein Aufruf an alle Tanzbegeisterten gestartet. So kam eine sehr unterschiedliche Truppe zusammen: Das jüngste Mitglied, Jérôme, ist 13 Jahre und das älteste, Nadja, 23 Jahre alt. Erstaunlicherweise haben viele junge Männer Interesse gezeigt. Das Ensemble ist nahezu paritätisch besetzt.
Dabei haben nicht alle das filigrane Aussehen eines Balletttänzers. Sie sehen aus wie ganz normale junge Leute. Doch sie haben gelernt, sich auf der Bühne zu bewegen sowie auf Gestik und Lichter zu achten. Seit dem vergangenen Mai wird geprobt, und aus den 30 Jungen und Mädchen ist mittlerweile ein Ensemble geworden, in dem jeder seinen Platz und seine Rolle kennt.
Im Gegensatz zum tänzerischen Teil war es jedoch nicht möglich, innerhalb so kurzer Zeit aus individuellen Musikern ein harmonisches Orchester zu bilden. Serge Tonnar ging deshalb einen anderen Weg und verpflichtete die Five Cent Cones, ein bestehendes fünfköpfiges Ensemble aus Weiler-la-Tour. Dazu kommt ein DJ, der zusätzliche Musikstücke und Tonelemente mit ins Spektakel mischt.
Wie die Profis
Anfangs probten Tänzer und Musiker separat. Seit drei Wochen jedoch sind die beiden Teile der Show vereint. Unter nahezu professionellen Auflagen proben die jungen Künstler täglich jeden einzelnen Part ihres Spektakels bis zum Abwinken. Am Morgen proben die Musiker individuell, und die Tänzer arbeiten punktuell an ihren Bewegungen. Am Nachmittag werden dann die Szenen eingeübt, und abends wird die Show ganz durchgespielt.
Zur Premiere am Freitagabend ist der Saal ausverkauft. Unter den Ehrengästen ist u.a. Familienministerin Marie-Josée Jacobs, deren finanzielle Hilfe das Abenteuer möglich machte. Für die Aufführung am Sonntagnachmittag sind allerdings noch Plätze frei. Etwas später kommt das Spektakel dann auch in den Süden: Am 5. Dezember treten die jungen Künstler in der Escher Kulturfabrik auf. Gerne stehen sie auch für weitere Aufführungen zur Verfügung, damit das 100-prozentige Engagement so viele Früchte trägt wie möglich.
Zu Demaart
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