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Erdbeer hat Schuld

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11.000 Kinder waren vergangene Woche in Ostdeutschland an Brechdurchfall erkrankt. Nun scheint klar zu sein, was die massenhafte Magen-Darm-Erkrankungen ausgelöst hat.

Die Brechdurchfallwelle geht nach Angaben der Gesundheitsbehörden möglicherweise auf Erdbeeren zurück. Die Früchte wurden tiefgefroren an Küchen geliefert und als Kompott zusammen mit Griesbrei angeboten, wie das Thüringer Sozialministerium am Freitagabend auf Anfrage erklärte. Es gebe den Verdacht, dass die Erdbeeren die Ursache für die Krankheitswelle seien. Allerdings dauerten die Ermittlungen an. Auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit bestätigte, dass Tiefkühlerdbeeren sehr wahrscheinlich die Ursache für die Erkrankungen seien.

Aus Kreisen der Lebensmittelfahnder hieß es, die verdächtigen Erdbeeren stammten vermutlich aus China. Ein Großhändler habe sie tiefgekühlt an Großküchen der Firma Sodexo mit Sitz im hessischen Rüsselsheim und zwei weitere Anbieter von Schul- und Kantinenessen geliefert. Das Brandenburger Umweltministerium spricht von insgesamt 44 Tonnen Tiefkühl-Erdbeeren, die über den Hamburger Hafen aus China in Deutschland verteilt wurden. Sie seien in 10-Kilo-Gebinden von einem Direktimporteur bezogen worden. Das BVL vermutet, dass aber nur ein eine Charge dieser Tiefkühl-Erdbeeren für den Ausbruch verantwortlich ist.

Schulverpflegung

Den bisherigen Untersuchungen zufolge steht die Krankheitswelle mit Schulverpflegung in Zusammenhang. Betroffen sind Sachsen, Brandenburg, Berlin, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Nach Angaben des Robert-Koch-Institutes wurden bis Freitag 11.200 Fälle in insgesamt 497 Einrichtungen gemeldet. Mindestens 32 Patienten mussten demnach im Krankenhaus behandelt werden.

Es handelt sich um den bislang größten durch Lebensmittel verursachten Krankheitsausbruch in Deutschland. Den Wissenschaftlern zufolge deuten Untersuchungen auf Noroviren hin. Noroviren gelten zum Beispiel als besonders kälteresistent und hitzebeständig und waren von Anfang an im Visier der Mikrobiologen. Ob sie wirklich die Übeltäter waren, ist ohne Nachweis aber weiter offen. Auch bakterielle Toxine werden im Moment weiter nicht ausgeschlossen.