Dienstag27. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Bekassine ist Vogel des Jahres 2013

Bekassine ist Vogel des Jahres 2013

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Weil sie so lautist wird im Volksmund die Bekassine auch "Meckervogel" genannt. Jetzt ist sie zum Vogel des Jahres 2013 gewählt worden. In Luxemburg brütet dieser Vogel nicht mehr.

Logo" class="infobox_img" />In Deutschland leben heute nur noch 5.500 bis 6.700 Brutpaare der Bekassine. In Luxemburg gibt es gar keine Brutpaare mehr. (dpa)

Die auch «Meckervogel» oder «Himmelsziege» genannte Bekassine ist Vogel des Jahres 2013. Sie soll als Botschafterin für den Erhalt von Mooren und Feuchtwiesen werben, teilten der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV) am Freitag in Berlin mit.

Die beiden Organisationen haben den vom Aussterben bedrohten Vogel gekürt. Nur noch 5500 bis 6700 Brutpaare leben den Angaben zufolge in Deutschland. Das sind halb so viele wie vor etwa 20 Jahren.

So groß wie eine Taube

Der Schnepfenvogel mit dem wissenschaftlichen Namen Gallinago gallinago ist etwa so groß wie eine Taube, hat ein beige-braunes Federkleid und einen etwa sieben Zentimeter langen Schnabel. Mit ihm sucht die Bekassine im schlammigen Boden nach Würmern, Schnecken und Insekten. Auch Samen und Beeren stehen auf dem Speiseplan.

Beim Balzflug sind die Männchen besonders laut. Während ihrer kunstvollen Sturzflüge geraten die äußeren Schwanzfedern in Schwingung. Das Geräusch klingt wie ein Meckern, daher auch der Name «Meckervogel» oder «Himmelsziege».

Lebensraum schwindet

«Die Bekassine hätte tatsächlich guten Grund, sich zu beschweren, denn mit Mooren und Feuchtwiesen schwindet ihr Lebensraum zusehends», sagte Nabu-Vizepräsident Helmut Opitz. Es sei allerhöchste Zeit, die letzten Moore in Deutschland streng zu schützen – auch aus Gründen des Klimaschutzes. Das gelte ebenfalls für Feuchtwiesen. Der Schwund dieser Lebensräume betreffe auch viele andere Vogelarten, sagte LBV-Vorsitzender Ludwig Sothmann.

«Wir dürfen nicht länger zulassen, dass der Grundwasserspiegel abgesenkt und Flächen entwässert, Grünland umgepflügt, Ackerkulturen wie Mais für Biogasanlagen großflächig angebaut, Torf abgebaut und Wiesen aufgeforstet werden», forderte Opitz.

Ein Opfer der Jagd

Auch die Jagd macht dem Schnepfenvogel zu schaffen. Allein in der Europäischen Union werden den Umweltschützern zufolge jährlich mehr als eine halbe Million Bekassinen geschossen. «Die Art gehört in der gesamten Europäischen Union dringend ganzjährig unter Schutz gestellt», forderten die Naturschützer.

In Deutschland ist die Bekassine am häufigsten in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg zu finden. Seit einigen Jahrzehnten gehen die Bestände fast überall dramatisch zurück. Für Europa schwanken aktuelle Schätzungen zwischen 930 000 und 1,9 Millionen Brutpaaren.

In Luxemburg nicht mehr heimisch

In Luxemburg ist der «Meckervogel» seit den 90er Jahren nicht mehr heimisch. Vorher zählte man noch einige Brutpaare in den Feuchtgebieten des Landes. Mit der Trockenlegung dieser Gebiete verschwanden sie aber nach und nach. Heute brüten Bekassinen nicht mehr in Luxemburg, erklärte Patrick Lorgé, von Natur an Emwelt asbl Tageblatt.lu. Zwischen September und November könne man aber noch vereinzelt Paare in Luxemburg beobachten. Besonders die Feuchtgebiete im Roeserbann seien bei den Vögeln sehr beliebt. Brüten tun sie aber nicht. Die «Himmelsziegen» verbringen lediglich den Winter hierzulande, auf ihrem Weg in den Norden (Skandinavien, Baltikum, Norddeutschland).

Jedes Jahr wird auch in Luxemburg eine bedrohte Vogelart zum Vogel des Jahres ausgewählt. Der Vogel für 2013 ist jedoch noch nicht bekannt. Die Organisation Natur an Emwelt wählt jedes Jahr einen Vogel aus. Oft sei es ein Tier, das auf der Liste der gefährdeten Arten steht oder dessen Lebensraum akut bedroht ist, erklärte Patrick Lorgé. Es könne vorkommen, dass man im Großherzogtum denselben Vogel auswähle, als zum Beispiel in Deutschland. «Wenn eine Art in mehreren Ländern bedroht ist, arbeiten wir zusammen und starten auch gemeinsam Kampagnen», so Lorgé. Da aber in Deutschland in den letzten Jahren der Seeadler und der Fischadler als Vogel des Jahres zu Ehren kamen, habe Luxemburg seine eigene Wahl getroffen, da diese Raubvögel im Großherzogtum nicht heimisch seien.