Dienstag27. Januar 2026

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Hollande plädiert für Partnerschaft

Hollande plädiert für Partnerschaft
(AFP)

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Der französische Präsident François Hollande hat am Samstag auf dem Gipfel der frankofonen Staaten in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa für eine neue Partnerschaft zwischen Frankreich und Afrika geworben.

«Ich wollte nach Kinshasa kommen, um erneut meinen Glauben an die Zukunft Afrikas zum Ausdruck zu bringen», sagte der Staatschef in der Eröffnungsrede des Gipfels. Zuvor hatte Hollande angedeutet, mit dem traditionell paternalistischen Charakter der Beziehung zwischen Frankreich und seinen ehemaligen Kolonien in Afrika brechen zu wollen.

Das Forum der Staats- und Regierungschefs französischsprachiger Länder findet erstmals in einem zentralafrikanischen Land statt. «Die französische Sprache sollte für Demokratie, Menschenrechte, Pluralismus und Respekt vor der Meinungsfreiheit stehen», sagte Hollande. Vor seiner Ankunft hatte er auf Unregelmäßigkeiten bei der Wiederwahl des kongolesischen Präsidenten Joseph Kabila hingewiesen. «Alle Menschen müssen in der Lage sein, ihre Führer frei zu wählen – das sind die Prinzipien, der die Frankofonie verpflichtet sein sollte.» Später sollte Hollande mit Kabila sowie einem Oppositionsführer zusammentreffen.

Der französische Staatschef hatte vor seiner Abreise die Menschenrechtssituation und Demokratiedefizite im Kongo scharf kritisiert. Ein Regierungssprecher in Kinshasa sagte daraufhin, es sei Sache des kongolesischen Volkes, die Verhältnisse im eigenen Land zu akzeptieren oder abzulehnen. Es sei nicht Frankreichs Aufgabe, Lektionen zu erteilen.

Am Donnerstag hatte der kanadische Außenminister John Baird mitgeteilt, seine Delegation werde sich nicht mit Kabila treffen, weil «die Grausamkeiten stetig zunehmen» in der früheren belgischen Kolonie Kongo.

Bereits am Freitag hatte Hollande die frühere französische Kolonie Senegal besucht. Vor fünf Jahren hatte der damalige Präsident Nicolas Sarkozy dort eine Rede gehalten, die in weiten Teilen Afrikas als beleidigend aufgefasst worden war. Die Afrikaner seien «noch nicht in der Geschichte angekommen», sagte der damalige französische Staatschef.

Hollande versuchte nun, in dem westafrikanischen Staat wieder Boden gut zu machen. «Ich möchte das Verhältnis zwischen Frankreich und Afrika erneuern», sagte er im Senegal. «Die Ära von Franco-Afrika ist vorbei. Heute ist hier Frankreich und dort Afrika. Und es gibt eine Partnerschaft zwischen Frankreich und Afrika auf der Basis von Freundschaft und Respekt.»

Der Frankofonie-Gipfel findet seit 1986 alle zwei Jahre statt und dient dem Austausch über aktuelle politische Themen. Der Internationalen Organisation der Frankofonie (OIF) gehören 75 Staaten an, überwiegend ehemalige französische Kolonien. Wichtigstes Thema in Kinshasa dürfte die Lage in Mali sein, wo der Weltsicherheitsrat auf französische Initiative hin einen internationalen Militäreinsatz genehmigt hat, um islamistische Rebellen zu bekämpfen. Auch im Osten des Kongos haben Aufständische Hunderttausende Menschen aus ihren Häusern vertrieben.