Nordkorea und Südkorea gehen wieder auf Konfrontationskurs: Die Streitkräfte des kommunistischen Nordkorea drohten am Freitag mit «gnadenlosen Militärschlägen» ohne Vorwarnung auf Grenzgebiete im Nachbarland, sollten erneut anti-nordkoreanische Flugblätter aus Südkorea über die Grenze gelangen. Solche Aktionen seien eine «unverzeihliche Herausforderung für die Armee und Bevölkerung der Voksrepublik», zitierten die staatlichen Medien des Landes eine Erklärung des Westlichen Frontkommandos der Volksarmee. Die Bewohner in den betroffenen südkoreanischen Grenzgebieten sollten sich in Sicherheit bringen.
Südkoreas Verteidigungsminister Kim Kwan Jin warnte Nordkorea vor Provokationen. Südkorea sei vollständig bereit, «den Ausgangspunkt des Angriffs auszuschalten», sagte Kim laut der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap vor einem Parlamentsausschuss in Seoul. Diese Einstellung habe sein Land bereits im vergangenen Jahr deutlich gemacht, als Nordkorea mit der Bombardierung von Orten gedroht habe, von denen Flugblätter geschickt worden seien.
Flugblätter über der Grenze
Anlass der jüngsten Drohung Nordkoreas sind Pläne privater Gruppen in Südkorea, darunter nordkoreanische Flüchtlinge, am kommenden Montag erneut Flugblätter mit dem Ballon über die Grenze zu senden. Das weithin abgeschottete Nordkorea fühlt sich durch diese häufig unternommenen Propagandaaktionen provoziert und macht die südkoreanische Regierung dafür verantwortlich.
Südkoreas Außenminister Kim Sung Hwan äußerte unterdessen die Hoffnung, dass die erneute Wahl seines Landes in den Weltsicherheitsrat dazu beitragen könne, Nordkorea von Provokationen abzuhalten. Südkorea habe nun eine «bedeutende Abschreckung», da das Land direkt an den Diskussionen im mächtigsten UN-Gremium teilnehmen könne, sagte Kim vor Journalisten in Seoul. Als Mitglied des Rats wolle Südkorea seine Rolle in der internationalen Gemeinschaft stärken, um den Frieden auf der koreanischen Halbinsel und in der Welt zu festigen.
Das ostasiatische Land war am Donnerstag neben Argentinien, Ruanda, Australien und Luxemburg zu einem neuen nichtständigen Mitglied des Rats in New York gewählt worden.
Zu Demaart
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