An der Festnahme eines Taliban-Führers im Norden Afghanistan in der vergangenen Woche sind Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr gefasst. Dieser sei offenbar der von den Taliban eingesetzte «Schatten-Gouverneur» der Provinz Kundus.
Nach Angaben des Einsatzführungskommandos handelte es sich um einen von afghanischen Kräften geführten und von weiteren Kräften, darunter auch deutschen, unterstützten Einsatz. «Nach afghanischen, bislang unbestätigten Angaben soll es sich um einen Mullah Abdul Rahman handelen», sagte eine Sprecherin am Montagabend der Nachrichtenagentur dpa. Der Mann befinde sich derzeit in afghanischem Gewahrsam.
Ein Sprecher der Provinzregierung von Kundus hatte am Samstag mitgeteilt, die afghanische Polizei habe im Norden des Landes einen Taliban-Führer gefasst, der für zahlreiche Anschläge auf Isaf-Soldaten und örtliche Sicherheitskräfte verantwortlich gemacht werde.
Tanklaster-Entführung
Laut «Bild»-Zeitung erfolgte der Zugriff nahe der Ortschaft Ghunday Kalay in der Provinz Kundus. Dort habe es ein Treffen ranghoher Taliban-Führer gegeben.
Die Ortschaft befinde sich in unmittelbarer Nähe des Ortes Char Darrah, wo am Karfreitag 2010 drei deutsche Soldaten in einem Hinterhalt getötet wurden. Dafür mache die ISAF Mullah Rahman mitverantwortlich. Er habe auch im September 2009 nahe Kundus zwei Tanklaster entführen lassen, die auf Befehl des deutschen Oberst Georg Klein dann bombardiert wurden. Mehr als 100 Menschen kamen bei dem Luftangriff ums Leben.
Zu Demaart
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