In einer Zeremonie in der Kairoer St.-Markus-Kathedrale ist der 59-jährige Bischof Tawadros am Sonntag zum neuen Papst der koptischen Christen gewählt worden. Ein Ministrant mit verbundenen Augen zog gemäß dem Brauch ein Los mit dem Namen des neuen Kirchenoberhauptes aus einem Kristallkelch. Dieser enthielt drei Lose mit den Namen von ranghohen Geistlichen. Die Ziehung durch den Ministranten mit verbundenen Augen soll Gottes Willen symbolisieren.
Der langjährige Patriarch Papst Schenuda III. war im März im Alter von 88 Jahren gestorben. Er war 40 Jahre lang geistliches Oberhaupt der Kopten. Der neu gewählte Papst Tawadros war Berater des seither amtierenden Papstes Pachomios.
«Wir beten, dass Gott den guten Hirten auswählen wird», sagte Pachomios, als er den Kelch mit den Losen während der Messe in der mit Gläubigen gefüllten Kathedrale mit rotem Wachs versiegelte und ihn auf dem Altar ablegte. Nach einem Moment der Stille zog der Ministrant das Los. Die Zeremonie wurde im Fernsehen übertragen.
Kandidaten
Die Kirche hatte sich aus einem Feld von zunächst 17 Bewerbern für drei Nachfolgekandidaten entschieden: Neben Tawadros den 54-jährigen Bischof Raphael sowie Raphael Ava Mina, einen 70-jährigen Mönch aus Alexandria. Alle drei galten als Konsenskandidaten, die sich aus innerkirchlichen Streitfragen und Disputen mit anderen Gruppierungen wie den Islamisten heraushielten.
Keiner der drei Geistlichen war am Sonntag in der Kathedrale anwesend, alle waren in ihrem jeweiligen Kloster geblieben und beteten. Laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur MENA wollte die Kirchenführung zu Tawadros‘ Kloster in Wadi Natrun nordöstlich von Kairo aufbrechen, um ihm zu gratulieren.
Zu Demaart
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