In letzten Umfragen vor der Wahl führte der amtierende Präsident Danilo Türk, gefolgt von dem früheren Ministerpräsidenten Borut Pahor. Ebenfalls im Rennen ist der Kandidat der regierenden Mitte-Rechts-Koalition, Milan Zver. Es wird erwartet, dass im ersten Wahlgang keiner der Kandidaten auf eine absolute Mehrheit kommt. In diesem Fall käme es voraussichtlich Anfang Dezember zu einer Stichwahl zwischen dem Erst- und Zweitplatzierten. Das Amt des Präsidenten ist zwar größtenteils repräsentativ, allerdings ist der Staatschef auch für die Streitkräfte und die Nominierung des Zentralbankchefs verantwortlich.
Der Alpenstaat Slowenien kämpft derzeit mit einer der schwersten Rezessionen im gesamten Euroraum. Vor allem ein drastischer Rückgang bei den Exporten, schlechtere Lebensstandards und eine hohe Arbeitslosenquote machen dem Land mit seinen zwei Millionen Einwohnern zu schaffen. Die Arbeitslosenquote beträgt derzeit rund zwölf Prozent.
Spekualtionen
Im vergangenen Sommer kletterten die Zinsen für slowenische Staatsanleihen auf sieben Prozent. Diese Marke gilt als kritisch, da sie die Euroländer Griechenland, Irland und Portugal zu einem Antrag auf Finanzhilfe aus der EU zwang. Es wird daher darüber spekuliert, ob Slowenien ein Rettungspaket benötigen könnte.
Der Präsidentschaftskandidat Türk warf der Regierung von Ministerpräsident Janez Jansa vor, nicht schnell genug auf die Wirtschaftskrise reagiert zu haben. Das von Jansa unterstützte Sparpaket sehe zudem eine ungerechte Verteilung der Last auf die Bürger vor.
Abgewählt
Angesichts der Wirtschaftskrise und Korruptionsvorwürfen war die Regierung des damaligen Ministerpräsidenten Pahor vergangenes Jahr abgewählt worden. Der 49-Jährige räumte ein, dass seine Mitte-Links-Regierung damals das Ausmaß der globalen Finanzkrise unterschätzt hatte. Zver, der Präsidentschaftskandidat der amtierenden Mitte-rechts-Koalition, hat die linksgerichtete Vorgängerregierung für die Wirtschaftskrise verantwortlich gemacht.
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