Acht Jahre lagen ihre Dopingproben auf Eis – jetzt hat es auf einen Schlag gleich vier Medaillengewinner der Athen-Spiele 2004 erwischt. Die Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hat am Mittwoch in Lausanne beschlossen, dass die Leichtathleten aus Osteuropa ihre Medaillen zurückgeben müssen.
Das IOC hatte kurz vor Ende der achtjährigen Ablauffrist von den knapp 3.700 Dopingproben der Olympischen Spiele in Athen 105 erneut kontrolliert. Dabei war die Analyse bei den Leichtathleten aus Osteuropa positiv ausgefallen. Ihre Medaillen zurückgeben müssen Kugelstoß-Olympiasieger Juri Bilonog aus der Ukraine, die russische Olympia-Dritte im Kugelstoßen, Swetlana Kriweljowa, die weißrussische Diskuswerferin Irina Jatschenko (Bronze) und Hammerwerfer Iwan Tichon aus Weißrussland (Silber). Das Quartett hatte mit anabolen Steroiden gedopt.
Fall Armstrong muss warten
Im Fall von Ex-Radprofi Lance Armstrong (USA) ist dagegen noch keine Entscheidung über die Aberkennung seiner Bronzemedaille bei den Sydney-Spielen von 2000 gefallen. „Das IOC will zunächst warten, bis Armstrong vom Radsportverband UCI informiert wurde. Danach können wir aktiv werden und Schritte einleiten“, sagte IOC-Präsident Jacques Rogge auf der Pressekonferenz. Armstrong waren wegen Dopings bereits alle seine sieben Tour-de-France-Gesamtsiege aberkannt worden.
Das Nationale Olympische Komitee Indiens (IOA) bleibt unterdessen stur und auf Konfrontationskurs zum IOC. Einen Tag nach der Suspendierung durch das IOC wählte das IOA gestern in Neu Delhi einen neuen Generalsekretär. Damit brüskierte Indiens oberste Sport-Organisation das IOC, das die Wahl untersagt und bereits vorher für null und nichtig erklärt hatte.
Als einziger Kandidat trat Lalit Bhanot an, der wegen Korruptionsvorwürfen im Zusammenhang mit den Commonwealth-Spielen 2010 in Neu Delhi elf Monate im Gefängnis gesessen hatte. Er ist derzeit auf Kaution frei. Mangels anderer Bewerber galt Bhanots Wahl als sicher. Eine offizielle Verkündung eines Wahlergebnisses gab es zunächst nicht. Der amtierende Präsident Vijay Kumar Malhotra versicherte, das IOA suche keinen Streit. „Wir werden als Erstes an das IOC herantreten, um die Situation zu erklären und auf eine Lösung dieser Angelegenheit hinzuarbeiten“, sagte er.
Zu Demaart
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