Mittwoch28. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Andere Trisomien werden erkannt

Andere Trisomien werden erkannt

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Ein umstrittener Bluttest auf das Down-Syndrom erhitzt weiter die Gemüter. Er erkennt nun auch die Trisomien 18 und 13, betont der Hersteller.

Diese Frage beschäftigt viele Schwangere: Was ist, wenn mein Kind behindert ist – will ich es trotzdem auf die Welt bringen oder ist in diesem Fall eine Abtreibung gerechtfertigt? Der Trisomie-21-Bluttest der Konstanzer Firma Lifecodexx hat die Debatte darüber noch einmal stark angeheizt. Denn der umstrittene Test – seit rund vier Monaten auf dem Markt und inzwischen in über 30 Ländern in Europa, Asien und im Nahen Osten verfügbar – kann das Down-Syndrom beim Ungeborenen bereits im Mutterleib einfach nachweisen. In Luxemburg ist der Test laut Hersteller jedoch noch nicht verfügbar.

Mit Hilfe einer Blutprobe der Schwangeren wird eine Trisomie 21 relativ zuverlässig ausgeschlossen oder bestätigt. Kritiker sehen darin eine Methode zur Diskriminierung von Menschen mit Down-Syndrom.

Der Test kann noch mehr

Der umstrittene Test kann aber noch mehr. Der Hersteller LifeCodexx teilte am Mittwoch in Konstanz mit, dass er ebenfalls die Trisomien 18 und 13 erkennen könne. Der erweiterte Test erfülle des Weiteren die gesetzlichen europäischen Vorgaben für Medizinprodukte. Er erkenne nun über 90 Prozent aller relevanten Veränderungen, die durch autosomale Chromosomenstörungen bedingt würden, sagte die medizinisch-wissenschaftliche Leiterin von LifeCodexx, Wera Hofmann. Das sind diejenigen Veränderungen außerhalb der Geschlechts-Chromosomen.

Fast 2000 Frauen hätten sich seit der Markteinführung des umstrittenen Tests im vergangenen Jahr für ihn entschieden. «Dabei konnte bei mehr als 98 Prozent der untersuchten Blutproben das Vorliegen einer fetalen Trisomie 21 ausgeschlossen und somit die große Mehrheit der schwangeren Frauen entlastet werden», heißt es dazu bei LifeCodexx.

Zugänglich sei der Test ausschließlich Frauen, die sich in der 12. Schwangerschaftswoche oder darüber befinden und die ein erhöhtes Risiko für Trisomie 21 beim ungeborenen Kind tragen. Menschen mit Trisomie 21 können wegen einer Chromosomenveränderung zum Beispiel Herzfehler oder Fehlbildungen im Darmbereich haben und langsamer lernen. An Trisomie 13 und 18, die mit sehr schweren Entwicklungsstörungen einhergehen, sterben viele Kinder bereits während der Schwangerschaft oder in den ersten Lebensmonaten.