«Anders als Erwachsene reagieren Kinder tagsüber darauf aber weniger mit Müdigkeit, sondern mit Zappeligkeit und Unaufmerksamkeit», sagte die Schlafforscherin Sabine Scholle vom Robert-Koch-Krankenhaus Apolda in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. «Sie werden deshalb oft in die ADHS-Ecke gestellt und fälschlicherweise mit Medikamenten behandelt.»
Das eigentlich von Erwachsenen bekannte Schlafapnoe-Syndrom – starkes Schnarchen mit Atemaussetzern – trete etwa bei sieben Prozent der Kleinkinder auf, verwies Scholle auf Studienerkenntnisse. «Zur Abgrenzung von ADHS sollten Kinderärzte fragen, ob die Kinder schnarchen», sagte sie. Für eine weitergehende Diagnostik könnten diese dann in ein Schlaflabor überwiesen werden.
Die DGSM geht davon aus, dass bei etwa 20 Prozent aller Kinder Schlafstörungen auftreten. Dabei spielten neben dem Alter der Kinder auch bestimmte Umbruchphasen in deren Lebensgewohnheiten eine Rolle, etwa der Wechsel der Kita oder der Schulbeginn, sagte Scholle. Ein- und Durchschlafstörungen würden von den Eltern allerdings mitunter auch gefördert. «Schreiende Kleinkinder müssen nicht gleich aus dem Bett geholt und gefüttert werden, damit sie wieder einschlafen.» Es sei völlig normal, dass Kinder nachts immer einmal aufwachten. «Erst wenn das mindestens viermal pro Nacht und das auch über einen längeren Zeitraum passiert, kann man von einer Schlafstörung reden.»
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