Donnerstag29. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Eine Stunde weniger Schlaf

Eine Stunde weniger Schlaf

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

In der Nacht auf Sonntag drehen wir die Uhren um eine Stunde nach vorne. Das raubt uns Schlaf und verwirrt unsere "innere Uhr". In der Folge steigt sogar das Unfallrisiko auf den Straßen.

Sie ist mühsam und unvermeidlich: Die Zeitumstellung von der Winter- auf die Sommerzeit. In der Nacht auf Sonntag wird uns eine Stunde Schlaf geklaut. Um 2 Uhr werden die Zeiger auf 3 Uhr gestellt. Frühaufsteher müssen wieder im dunkeln frühstücken und Morgenmuffel brauchen noch länger, um auf Touren zu kommen.

Es ist aber nicht nur die fehlende Stunde Schlaf, die uns zu schaffen macht – die Umstellung hat weitreichende Folgen. «Sie bringt unsere ‚innere Uhr‘ total durcheinander», sagt der Schlafpsychologe Günther W. Amann-Jennson. «Denn eigentlich ist die Winterzeit die Zeit, die unserem natürlichen Biorhythmus entspricht.»

Einige würden die Zeitumstellung nicht groß merken. «Viele leiden aber darunter. Bei manchen Menschen können sogar Herzkreislaufstörungen ausgelöst werden», so Amann-Jennson. Ausserdem produziere der Körper am Abend mehr Serotonin, weil es draussen länger hell ist. Vielen falle es dadurch schwer, einzuschlafen. Die Folgen: Unkonzentriertheit, Schlafmangel, Trübsinnigkeit.

Mehr Unfälle wegen Sekundenschlaf

Gemäss Johannes Mathis, Schlafforscher vom Schweizer Inselspital Bern, kann die Umstellung sogar gefährliche Folgen haben. «Mehrere Studien haben schon ergeben, dass am Montag nach der Zeitumstellung mehr Unfälle passieren.» Schuld daran: Der Sekundenschlaf, die morgendliche Dunkelheit und die verwirrte innere Uhr.

Mathis empfiehlt deshalb, zumindest am Samstag eine Stunde früher ins Bett zu gehen, um die fehlende Stunde zu kompensieren. Amann-Jennson: «Am Morgen hilft es außerdem, in den Wohnräumen Licht zu machen.» Und man solle tagsüber so oft wie möglich an die Sonne. «Dann kann sich unser Biorhythmus schneller anpassen.»

Amann-Jennson weist aber auch darauf hin, sich nicht den Kopf über den Einfluss der Zeitumstellung zu zerbrechen. «Man darf die Vorteile nicht vergessen: Sobald es endlich wärmer ist, ist es schön, am Abend länger draußen sitzen zu können.» Mit der Zeitumstellung ist nun also alles bereit für einen schönen und warmen Frühling.

Gründe für Zeitumstellung

Die Regeln für die Zeitumstellung sind seit 2002 für die ganze Europäische Union in einer Richtlinie, die auf unbestimmte Zeit gilt, angeglichen. Demnach finden die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit am letzten Sonntag im Oktober statt, der Wechsel von Winter- auf Sommerzeit am letzten Sonntag im März.

Die Ölkrise von 1973 wird als eine der Ursachen gesehen, da sie den europäischen Ländern den Anstoß gab, ihren Umgang mit Energieressourcen zu überdenken. Außerdem konnte das Tageslicht besser genutzt werden, da es am Tag eine Stunde länger hell war und so Energie gespart werden konnte. Der englischsprachige Begriff «Daylight saving time» fasst den Zusammenhang genauer.

Allerdings gibt es Umweltexperten, die eine gegenteilige Meinung vertreten und darauf hinweisen, dass die Energieeinsparungen vom Frühjahr und Sommer durch den erhöhten Energieverbrauch während der Heizperiode und die dunkleren Jahreszeiten (Herbst und Winter) aufgewogen werden.