Freitag30. Januar 2026

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Luxemburg im Fadenkreuz

Luxemburg im Fadenkreuz
(dpa)

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Eine anonyme Quelle hat internationalen Medien einen riesigen Datensatz über geheime Geschäfte in Steueroasen zugänglich gemacht. Luxemburg gehört zu den "Top 10".

Bislang vertrauliche Dateien belegten, auf welchen geheimen Wegen Reiche und Kriminelle Briefkastenfirmen und sogenannte Trusts nutzten, um große Vermögen zu verstecken und zweifelhafte Geschäfte zu verschleiern, schrieb die «Süddeutsche Zeitung». Von diesem Donnerstag an präsentierten Medien aus insgesamt 46 Ländern erste Ergebnisse der Daten-Analysen. In Deutschland seien sie exklusiv der SZ und dem NDR zur Verfügung gestellt worden, in Belgien «Le Soir» und in Frankreich «Le Monde».

Die Datenmenge aus insgesamt zehn Steueroasen umfasse 260 Gigabyte, es handele sich um 2,5 Millionen Dokumente. 130.000 Personen aus mehr als 170 Ländern würden in den Unterlagen aufgelistet. Die Dokumente stammten von zwei Firmen, die auf die Errichtung sogenannter Offshore-Gesellschaften spezialisiert sind. Sie gehörten zu den größten Anbietern weltweit. In den Unterlagen fänden sich die Namen von Oligarchen, Waffenhändlern und Finanzjongleuren.

Die Daten seien im vergangenen Jahr dem Internationalen Konsortium für investigative Journalisten (ICIJ) in Washington übergeben worden. Die «Süddeutsche Zeitung» habe die Informationen unabhängig verifiziert und monatelang ausgewertet, schrieb das Blatt.

Vermögen in Luxemburg

Der Industriellenerbe Gunter Sachs hatte nach SZ-Informationen sein Vermögen in Steueroasen nicht vollständig deklariert. Zwei Firmen und fünf Trusts auf den Cookinseln werden erwähnt. Ähnliche «Konstrukte» habe Gunter Sachs auch in Luxemburg gehabt. Dabei handelt es sich um die Firmen Sunrise Water S.à.r.l., K-Buchs S.à.r.l., K-Berg S.à.r.l. und K-Erlen S.à.r.l.. So schreibt die Süddeutsche: «Gunter Sachs hielt Anteile an vier Firmen, die zwischen 2003 und 2008 in den Steueroasen Britische Jungferninseln, Jersey und Luxemburg gegründet wurden. 2008 legte er sie dann alle ins selbe Nest, ins verschwiegene Großherzogtum Luxemburg.»

«Deklariert sind in Erbschaftsverzeichnis und Steuererklärungen lediglich zwei dieser vier Firmen, und auch diese wohl weit unter ihrem tatsächlichen Wert – die übergeordnete Holding Sunrise Water mit Null, die K-Berg mit 60.000 Schweizer Franken. Die anderen beiden Firmen, K-Buchs und K-Erlen, sind den Finanzbehörden bis heute unbekannt,» schreibt die SZ.

Luxemburg auf Platz 2

Luxemburg gehört laut Tax Justice Network (TJN) zu den Top 10 der undurchsichtigsten Steuerparadiese der Welt. Wir belegen demnach Platz zwei. Vor uns liegt der US-Bundesstaat Delaware. Platz drei geht an die Schweiz, gefolgt von den Kaimaninseln, London, Irland, Bermudas, Singapur, Belgien und Hongkong.

Laut einem Bericht des CCFD „Comité catholique contre la Faim“ erwirtschaften die Britischen Jungferninseln, die Kaimaninseln, Luxemburg, die Insel Mauritius und die Niederlande zusammen nur ein Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) und haben einen Bevölkerungsanteil von 0,27 Prozent. Dabei sind die Auslandsinvestitionen dieser fünf Saaten 1,7 Mal höher als jene der USA, 3 Mal höher als jene Japans, Deutschlands und Frankreichs zusammen.

Augiers Briefkastenfirma

Mitten im Schwarzgeldskandal um den früheren französischen Haushaltsminister Cahuzac, kommt eine neue Überraschung sehr unpassend. Laut «Le Monde» taucht ein weiterer Name in den «Offshore» Dokumenten auf: Jean-Jacques Augier. Es handelt sich dabei um den Wahlkampfmanager von François Hollande.

Augier soll demnach Besitzer von zwei Briefkastenfirmen auf den Cayman-Inseln sein. Die Firmen seien über eine Finanzholding «Eurane» gegründet worden.