Seit dem Jahr 2009 laufen zähe Kollektivvertragsverhandlungen und in der Zwischenzeit hatten die Patronatsverbände eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit gefordert; die Gewerkschaften antworteten mit einer beeindruckenden Demonstration im vergangenen Mai.
Auch LCGB für Streik
Bei ihrem Fachverbandskongress, der am Sonntagmorgen stattfand, sprachen sich die Delegierten des Bausektors des LCGB mehrheitlich gegen die Lohnvorschläge der Bauunternehmer aus.
Nachdem die Schlichtung offiziell als gescheitert festgestellt worden sei, würde die Streikprozedur anlaufen, hieß es.
Wie der zuständige Gewerkschaftssekretär des OGBL, Jean-Luc de Matteis, uns auf Anfrage erklärte, steht der Konflikt auch nach Treffen vor dem Schlichter immer noch nicht vor einer Lösung. Dies obwohl die Gewerkschaften Zugeständnisse gemacht hatten: So hatten sie vorgeschlagen, statt ihrer ursprünglichen Forderung nach retroaktiven Lohnerhöhungen von einem Prozent für die drei vergangenen Jahre zurückzuziehen und durch eine einmalige Prämie in Höhe von 750 Euro zu ersetzen. Für die kommenden Jahre verlangen die Arbeitnehmer einen jährlichen Lohnzuwachs von 1,5 Prozent.
Die Arbeitgeber, die noch vor geraumer Zeit eine Arbeitszeit von bis zu 60 Stunden pro Woche gefordert hatten, sind inzwischen von diesem, dem Arbeitsrecht widersprechenden Vorschlag abgerückt und legten zwei Vorschläge vor.
Unannehmbare Vorschläge
Für die Jahre 2009 bis 2012 soll es retroaktiv kein Geld mehr geben (Nullrunde) und für die Jahre 2013, 2014 und 2015 jeweils 100 Euro Prämie. Dieser erste Vorschlag ist für die Gewerkschaften ebenso unannehmbar wie die Alternative, die von den Unternehmern vorgeschlagen wurde: die Referenzperiode für Überstunden solle künftig ein ganzes Jahr betragen, was einem Wegfallen der Bezahlung von Überstunden gleichkomme, so de Matteis.
Diese Vorschläge seien eine Frechheit, so der Gewerkschaftler, der auf eine große Tarifkommission des OGBL am 27. April verweist.
Bei dieser Gelegenheit werden die Delegierten des OGBL über diese Vorschläge abstimmen, wobei der Ausgang dieser Entscheidung bereits jetzt klar zu sein scheint. Das Personal in den Bauunternehmen wird nicht hierauf eingehen und die Streikprozedur wird demnach voraussichtlich eingeleitet werden. Sollte kein neuer Vorschlag der Unternehmerseite vorliegen, so ist damit zu rechnen, dass die 16 Wochen andauernde Prozedur zu gewerkschaftlichen Aktionen anlaufe.
Die 14.000 Beschäftigten des Sektors, in dem die Nettozahl der Arbeiter immer noch wächst (um vier Prozent im Vorjahr) und der mit Gewinnmargen von drei bis fünf Prozent wirtschaftet, verlangen nach 2006 endlich wieder mehr Gehalt. Im Juli wird es demnach voraussichtlich zu Aktionen im Bauwesen kommen. Wie diese im Details aussehen könnten, wollte de Matteis noch nicht sagen. Man gehe Schritt für Schritt vor …
Zu Demaart
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