Marokkanische Leihmütter sollen für kinderlose Paare aus Luxemburg Babys zur Welt gebracht haben, meldeten am 1. März eine marokkanische Tageszeitung. Ein lukratives Geschäft, wie eine marokkanische Menschenrechtsorganisation berichtet. Demnach wurden pro Kind zwischen 13.000 und bis zu 18.000 Euro bezahlt. Rund 600 marokkanische Frauen trugen demnach im Auftrag der Kunden das Wunschbaby aus. Doch in Luxemburg stieß die Nachricht auf Skepsis. In Luxemburg wurden laut Statec 2011 insgesamt 5.639 Geburten registriert. Di Bartolomeo hält die Zahl damit für «unvorstellbar». Am Tag darauf äußerte sich die genannte Mitarbeiterin der Menschenrechtsorganisation in der Presse und dementierte die Informationen.
Die Meldung erhielt aber eine politische Dimension, als drei CSV-Parlamentarierinnen (Martine Mergen, Marie-Josée Frank und Nancy Arendt) Justizminister, François Biltgen und Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo eine diesbezügliche parlamentarische Frage stellten.
Zeugungstourismus
In ihrer Antwort betonten beide Regierungsmitglieder, dass die Leihmutterschaft in verschiedenen Ländern zu einem wahrhaften Zeugungstourismus geführt habe. Jedoch habe man keine Information erhalten, wonach eine Luxemburger Frau eine Leihmutterschaft angefordert oder eine Frau ein Baby für eine andere ausgetragen habe. Die Zunahme der Leihmutterschaft sei unter anderem auf den medizinischen Fortschritt zurückzuführen.
In Luxemburg sei die Leihmutterschaft nicht per Gesetz verboten. Künstliche Befruchtungen können derzeit nur im CHL in Luxemburg-Stadt vorgenommen werden. Die internationalen Verträge über die Leihmutterschaft stellten aber ein Problem dar, im Bezug auf das Menschenrechtsübereinkommen zur Biomedizin, das 1997 in Oviedo unterzeichnet wurde und das Luxemburg ratifizieren will. Im Regierungsprogramm ist vorgesehen, die Leihmutterschaft streng zu reglementieren, betonen die Minister. Es bestünden zum Beispiel Probleme, was die Würde der Leihmutter und die Interessen des Kindes betrifft. Es existiere auch das Risiko, das Mütter ausbeutet werden.
Zu Demaart
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