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Verhandlungen mit Cactus

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Die „Coopérative de Bonnevoie“ soll ab dem 1. April 2014 nicht mehr unter ihrer derzeitigen Form bestehen. Schließen wird der Supermarkt nicht, aber es wird derzeit über eine Übernahme gesprochen.

Ein bisschen Wehmut schwingt bei dem Gedanken daran mit, denn „d’Koperativ“ war gewissermaßen die letzte ihrer Art. Es war der etwas andere Supermarkt mit dem etwas anderen Geschäftsmodell.

Allerdings wurde es in den letzten Jahren immer schwerer auf dem Markt bestehen zu können, so dass beschlossen wurde, einen „repreneur“ zu suchen. Zusammen mit dem „comité“ der Coopérative soll vom Landesverband sondiert werden, welche große Supermarktkette am besten geeignet wäre. Gespräche laufen u.a. mit der Cactus-Gruppe, was bestätigt wurde, unterschrieben und fix ist aber noch nichts.

Nach all den Jahren hätte man natürlich lieber als „coopérative“ weiter gemacht, wie Raymond Jeanpierre, Präsident des Verwaltungsrates der Coopérative bestätigt, „aber – und das habe ich auch bei der Generalversammlung so gesagt – wir haben einen Verlust von einer Million Euro im Jahr und das ist viel.“ Gründe dafür gibt es mehrere. Zum einen werde viel geklaut, was zu einer großen „perte d’inventaire“ führe. Hinzu kommt die Konkurrenz zu anderen Supermärkten, vor allem Ketten, die durch die Quantität, die sie kaufen, auch bei den Zulieferern bessere Preise erzielen können. Es ist ein Unterschied, ob ein Produkt 1.000 oder 100.000 Mal gekauft wird. Auch der Kundenstamm jener, die die berühmte „Bonny-Kaart“ oder „Ristourne-Karte“ haben, wird immer kleiner. „Mehr als 50 Prozent unserer Kunden sind Rentner oder Witwer“, so Jeanpierre, „und wir haben Probleme, die durch eine jüngere Kundschaft zu ersetzen. Manche kaufen via Internet ein, andere gehen in Geschäfte, die sonntags geöffnet haben. Das haben wir nicht.“

Bedingungen

Und jeden Supermarkt, der in der Gegend seine Tore geöffnet hat, hat man bei der „Coopérative“ gespürt, ob das jetzt in Howald, Alzingen oder auch Bonneweg war. In Kürze wird der Colruyt-Markt in Gasperich eröffnen und nicht weit weg davon ist bekanntlich ein großer Auchan-Supermarkt geplant. „Die Konkurrenz wird einfach zu stark“, so Jeanpierre.

So wird jetzt eine Supermarktkette gesucht, die das Geschäft in Bonneweg übernehmen könnte. Aber es werden auch Bedingungen gestellt. Die erste ist, „dass die 100 Angestellten alle übernommen werden.“ Die Gebäude, so Jeanpierre, „gehören dem Landesverband“, verkauft werden sollen sie nicht, höchstens vermietet. Umbauten u.ä. mag es zwar im Falle einer Übernahme geben, aber im Prinzip bleibe in punkto Angebot (Zeitungsverkauf, Imbiss, Supermarkt, Parkplätze, …) alles so wie es ist.

Zuerst die Galerie

Das Personal sei bei zwei Versammlungen von der Situation in Kenntnis gesetzt werden. Die angegliederte Galerie, wo es u.a. Haushaltswaren gibt, wird bereits zum 31. Dezember diesen Jahres schließen. Die sieben Angestellten, die dort arbeiten, werden in den Supermarkt hinüber wechseln. Auch hier gilt: Das Gebäude wird nicht verkauft, höchstens vermietet. Am 1. April wäre dann der Supermarkt dran, unter der Voraussetzung, dass mit einer Supermarktkette eine zufriedenstellende Übereinkunft gefunden wird. Denn wenn nicht, so war gestern auch von anderer Seite zu hören, würde man die Coopérative eben weiter führen müssen.

Traurig darüber, dass es die „Coopérative“ in ihrer jetzigen Form in absehbarer Zeit wohl nicht mehr geben wird, ist Raymond Jeanpierre schon, „aber wir haben versucht nach vorne zu schauen.“ Er blickt auf die bevorstehenden Supermarkteröffnungen in der Umgebung. Bei jedem neuen Geschäft verliert man einen Teil seiner Kundschaft. „Auf einmal geht das dann nicht mehr“, so Jeanpierre.