Die Nato, Stay Behind und Militärmanöver der 1980er Jahre lassen die Verteidigung nicht zur Ruhe kommen. Me Gaston Vogel ging am Anfang des 27. Prozess-Tages auf die Militär-Übung 1984 in Beidweiler ein. Dort waren im selben Jahr Strommasten gesprengt worden. Me Vogel forderte unter anderem Zugriff auf die Archive der Luxemburger Armee. Vogel vermisst klare Ermittlungsergebnisse. Welche Rolle spielten die Srel-Agenten, darunter der verantwortliche Agent für das Stay Behind-Netz, bei den Militär-Manövern? Zu Wochenbeginn war ein Schreiben von SREL-Chef Patrick Heck bekannt geworden, indem der Geheimdienstchef von einer seltsamen Beobachtung des Fahrers des Ex-Armeekommandanten Armand Bruck spricht. Besagtem Fahrer zufolge soll Brück 1984 das Gelände, wo später die Bomben hochgingen, mehrmals inspiziert haben.
Staatsanwalt George Oswald möchte weitere Details über die Drohungen des damaligen Polizeichefs Pierre Reuland gegenüber den Bombenleger-Ermittlern erhalten. Dieser hatte u.a. gesagt, er werde sich über nichts mehr erinnern können. Auch sollten die Ermittler lieber die Finger von der Affäre lassen und sich nach einem anderem Job bei der Polizei umsehen. Reuland war 2008 vom damaligen Justizminister Luc Frieden entlassen worden.
Aussagen gegen Aussagen
Die Rolle, die Ex-Polizeichef Pierre Reuland in der Affäre spielte, bleibt demnach weiterhin unklar. Er war angeblich sehr passiv, half den Ermittlern keine Spur.
Die Ermittler sprechen über widersprüchliche Aussagen über Ex-BMG-Chef Geiben. Er war damals der Hauptverdächtige in der Bombenleger-Affäre. Der ehemalige Gendarm Armand Schockweiler gab bei einem Verhör an, dass Geiben möglicherweise der Attentäter sein könnte, etwas was viele seiner Kollegen für unmöglich hielten.
Noch jemand mit Amnesie?
Wie schon in den vorherigen Befragungen wurde abe rauch ersichtlich, dass die Ermittlungen von vielen Pannen begleitet wurden. Auch der ehemalige Gendarmerie-Offizier Armand Schockweiler, der einzige hohe Offizier in den Ermittlungen kann sich laut Ermittler Klein an nichts mehr erinnern, zum Beispiel wer die Einstellung der Ermittlungen in Belgien befohlen hat oder was den Anschlag auf den Justizpalast am 19. Oktober 1985 betrifft. Er betonte auch immer wieder, er sei nicht Chef-Ermittler in der Affäre gewesen. Dabei war er der einzige Offizier unter den Ermittlern. Und wie bei Guy Stebens wurden viele Widersprüche in seiner Aussage festgestellt. Für die «stümperhaften» Ermittlungen ernteten die Ermittler viel Kritik von der Verteidigung und der Richterin.
Das Gericht scheint so langsam die Geduld zu verlieren. Im Visier der Vorsitzenden Sylvie Conter befinden sich unter anderem die «Gedächtnislücken» der Polizei-Offiziere. Auch will sie nähere Details über die Ermittlungs-Methoden und Prozeduren erfahren.
Die Aussagen von Stebens und Schockweiler brachten die Ermittlungen auf jeden Fall nicht weiter.
Zu Demaart
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