Die gute Nachricht zur Quadripartite zuerst: die Kosten des Gesundheitssystems laufen nicht aus dem Ruder, bis wenigstens 2015 stehen keine Tariferhöhungen mehr an und es gibt keine Leistungsverschlechterungen, so Minister Di Bartolomeo. Was allerdings die Umsetzung des Spitalplans betrifft, der am Mittwoch während der Diskussionen mehr Zeit als vorgesehen in Anspruch nahm, so scheinen die Krankenhäuser noch keinen gemeinsamen Nenner für die angestrebten Synergien bei den Spezialisierungen gefunden zu haben.
Die Föderation der Spitäler verwies am Mittwoch darauf, dass sie nicht alle Parameter ihrer Häuser bestimmen könnten (und meinten damit u.a. die Ärzte); dafür würden sie beim gemeinsamen Einkauf, bei Laboratorien und anderen Nebengeschäften bereits eng zusammenarbeiten. Die Krankenhäuser sehen sich zwischen Hammer und Amboss und warten nun auf die ministeriellen Vorschläge, die in einem Gesetzesvorprojekt formuliert werden sollen, um dann zu reagieren.
Nicht nur Spitäler
Der Sprecher der Hausärzte war am Mittwoch leicht verstimmt ob der langen Diskussionen und erklärte, das Gesundheitssystem beschränke sich nicht auf Spitäler. Die Quadripartite sei leider kein Entscheidungsgremium, hieß es. Der Minister unterstrich, dass die Regeln zur Substitution von Medikamenten (Generika) kurz vor der Realisierung stünden. Di Bartolomeo unterstrich, die Krankenhäuser müssten auf wichtigen Gebieten wie dem Gehirnschlag, schwierigen Rückenoperationen, verschiedenen Krebsformen … definieren, wo die Behandlungen erfolgen sollen.
Die Gewerkschaften schließlich befürchten, dass die Spitäler eine Hinhaltetaktik fahren und dass die Spitalplan-Diskussion wieder bei null beginne.
Probleme sehen sie auch bei der grenzüberschreitenden Behandlung, da bei manchen Eingriffen die tatsächlichen Luxemburger Kosten (die ja von der CNS vergütet werden sollen) nicht bekannt seien. Schließlich wundern sie sich über manche Ärzte, die äußerst viele „Referenzpatienten“ betreuen. Rund 15.000 solcher Dossiers gibt es bereits; 3 Prozent der Ärzte hätten hier 40 Prozent der Verträge.
Zu Demaart
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