Die Gerichtsverhandlung am Dienstag beginnt mit einer Menge Post. Gleich zwei Kisten mit Unterlagen zum Geheimdienst und zur geheimen Nato-Armee Stay Behind werden dem Gericht vorgelegt. Lediglich die Namen beteiligter Personen und die Namen der Geheimdienste bleiben gesperrt.
Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Verteidigung sind verwundert. Wird der Prozess unterbrochen, wie die Verteidigung beantragt? Die vorsitzende Richterin Sylvie Conter stimmt der Prozessunterbrechung zu. Kommende Woche sollen keine Verhandlungen stattfinden. Ermittler Carlo Klein soll die Unterlagen auswerten.
Nach diesem Intermezzo setzt Klein seine Aussagen bezüglich der Ermittlungen im Fall Ben Geiben fort. Dabei beantwortet Klein die Frage vom Vortag nach den Kursen, die Geiben in den USA absolviert hatte. Es habe sich dabei um Lehrgänge in Forensik, Schusstechnik und Ermittlungstaktik gehandelt. Auch beteiligte er sich an einem Seminar über «illegalen Export» in Richtug Osten. In jenen Jahren gab es einen regen Cargoverkehr der Aeroflot auf Findel.
«Attentate passen nicht zu Geiben-Profil»
Bis heute habe man keine handfesten Beweise für eine Beteiligung Geibens an den Bombenattentaten, so Carlo Klein. Weder der Anschlag auf die Gasleitung in Hollerich noch die Sprengfalle in Asselscheuer würden zum Profil Geiben passen. Diese Taten passen nicht zum Charakter Geibens, so Klein. Die Verdächtigungen gegen Geiben würden auch auf andere Personen passen. Wie die Gerüchte über Verdächtigungen gegen Geiben an die Öffentlichkeit kamen, kann Geiben nicht erklären.
Nachdem er Geiben quasi weissgewaschen hat, versucht Klein auch die These der Verteidigung zu widerlegung, zwischen den Attentaten und der Nato-Geheimarmee bestehe ein Zusammenhalt. Er glaube nicht an einen Zusammenhang zwischen beiden Angelegenheit, so Klein. Me Gaston Vogel reagiert aufs Heftigste. Er spricht von einer organisierten Amnesie.
Mit diesem Gefühlsausbruch der Verteidigung geht der 30. Verhandlungstag zu Ende.
(fo/lmo/Tageblatt.lu)
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