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Kompetenzzentrum für Rechtswissenschaft

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Die Max-Planck-Gesellschaft, die international große Anerkennung genießt, hat ein Institut in Luxemburg eröffnet. Das Forschungszentrum wurde am Mittwoch auf Kirchberg in Präsenz von Großherzog Henri eingeweiht.

„Die Max-Planck-Gesellschaft kann mit Luxemburg für Luxemburg herausragendes leisten“ freute sich der Präsident der Gesellschaft, Peter Gruss. Das Luxemburger Zentrum ist das erste Max-Planck-Institut (MPI) außerhalb Deutschlands, das sich mit Rechtwissenschaften befasst. Forschungsgebiet ist das sogennante Verfahrensrecht. Das Institut umfasst drei Abteilungen: die Verfahren bei internationalen Streitbeilegungen (z.b. zwischen Staaten), das europäische Verfahrensrecht und die Verfahren bei Fragen der Finanzmarktregulierung.

„Europäische Justizhauptstadt“

Gruss betonte, dass gerade in mittelgroßen Instituten, die von einem adäquaten Umfeld profitieren können, ein Höchstmaß an Kreativität und Innovation erwartet werden kann. Luxemburg bietet all diese Vorteile, durch die Universität, mit der es eine enge Kooperation geben soll, und durch die Präsenz von EU-Insitutionen wie der europäische Gerichtshof. „Luxemburg ist ein bisschen die europäische Justizhautpstadt“, schlussfolgerte Burkhard Hess, der Direktor des Instituts.

Die neue Forschungs- und Hochschulministerin Martine Hansen wohnte der Eröffnung ebenfalls bei. Das MPI sei ein „wichtiger Meilenstein im Aufbau einer Forschungslandschaft“, sagte Hansen. Luxemburg soll sich nämlich zu einem internationalen Kompetenzzentrum in Sachen Rechtswissenschaften entwickeln. Cornelia Quennet-Thielen, Staatssekretärin im deutschen Bildungsministerium, erklärte, die Präsenz der deutschen Max-Planck-Gesellschaft im Grosherzogtum spiegele die guten bilateralen Beziehungen der zwei Länder wider. Luxemburg und Deutschland würden beide den europäischen Forschungsraum weiterentwickeln. Da die Rechtssysteme in den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten noch sehr verschieden sind, könnte das auf Verfahrensrecht spezialisierte Institut auf Kirchberg zur „Europäisierung des Rechts“ beitragen.

Bibliothek ist Herz des Instituts

Das Max-Planck-Zentrum hat 2.700 Quadratmeter. Der Großteil der Fläche wird für die Bibliothek benutzt, die als Herz des Instituts gilt und „eine der besten Rechtswissenschafts-Bilbiotheken Europas“ werden soll. Jedes Jahr sollen 10.000 Bücher angeschafft werden. Zurzeit sind rund 50 Mitarbeiter im MPI beschäftigt, bald sollen es 65 sein. Insgesamt werden dort bis zu 150 Personen arbeiten können. Zu den Angestellten kommen nämlich noch zahlreiche Doktoranten und Postdoktoranten aus aller Welt hinzu, die nur für eine befristete Zeit ihren Forschungsarbeiten am Institut nachgehen. Das Gebäude auf Kirchberg ist allerdings nur provisorisch, zu einem späteren Zeitpunkt soll das MPI auf Limpertsberg neben der Universität angesiedelt werden. Die Kosten des Instituts werden integral vom Luxemburger Staat übernommen.