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Frischer Wind für Klimaschutz

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Umweltminister Marco Schank stellte am Mittwoch den zweiten nationalen Klimaschutzaktionsplan vor. Ziel ist es, bis zum Jahr 2020 die CO2-Emissionen um eine Million Tonnen zu senken.

Bis 2020 sollen die CO2-Emissionen um 20 Prozent gesenkt werden. Ein ambitiöses Ziel, gestand Marco Schank am Mittwoch vor der Presse, das nur erreicht werde, wenn alle Hausaufgaben gemacht würden.

Der erste Aktionsplan habe eine Reduzierung von einer Million Tonnen CO2 ermöglicht, das Gleiche sei laut Experten auch mit diesem zweiten Plan möglich. Insgesamt produzierte Luxemburg 2011 zwölf Millionen Tonnen CO2 ; die Pro-Kopf-Emissionen beliefen sich auf 23 Tonnen, 1990 waren es 33,6 Tonnen.

Der Aktionsplan ist das Resultat einer Zusammenarbeit zwischen der Regierung, den Gemeinden, Gewerkschaften und NGOs. Mehr als 300 Vorschläge wurden von den Partnern ausgearbeitet, aus denen das Umweltministerium eine Liste von prioritären Maßnahmen erstellte. Diese gliedern sich in sechs Bereiche:

• Erneuerbare Energien
• Energieeffizienz
• Mobilität
• Umbau des Steuersystems
• Effizientere und sozial gerechte Finanzinstrumente
• Verbesserung von Information und Kommunikation.

Energieeffizientere Gebäude

Energieeffizienz bei Gebäuden ist ein Kernbereich, auf den die Regierung große Hoffnungen legt.

„Wenn man die Sanierungsquote auf 2,5 Prozent des Bestandes pro Jahr erhöhen könnte (4.200 Gebäude pro Jahr), ließe sich bis 2020 eine Reduktion von bis zu 0,2 Mio. Tonnen CO2 erreichen“, heißt es im Aktionsplan. Die Regierung selbst will mit dem guten Beispiel vorangehen und pro Jahr drei Prozent der öffentlichen Gebäude sanieren.

Ab Januar 2013 ist ein neues Förderregime „Prime House“ in Kraft getreten. Je größer die Sanierung desto mehr finanzielle Unterstützung gibt es. So kann es jetzt bis zu 10.000 Euro zusätzlich geben.

Seit 2001 wurden 52 Millionen Euro an Subventionen ausbezahlt, um die Energieeffizienz von Gebäuden zu steigern. Ab Ende 2013 werden die Vorgaben zur Energieeffizienz bei Neubauten weiter verschärft.

Elektromobilität und Klimapakt

Der weitaus größte Teil der nationalen CO2-Emissionen gehen auf das Konto des Transports. Aus diesem Grund sollen vor allem die Elektromobilität und die sanfte Mobilität gefördert werden. Dem Willen der Regierung zufolge soll Luxemburg zu einer „exemplarischen Plattform“ für Elektromobilität werden: bis 2020 sollen rund 800 öffentliche Ladesäulen für Elektrofahrzeuge installiert werden. Die „Prime car-e“ für Elektroautos wird auch 2013 weitergeführt.

In Sachen erneuerbare Energien erhofft sich die Regierung durch eine Reduzierung der zulässigen Lärmschutzwerte höhere Erträge bei Windkrafträdern. Marco Schank ist optimistisch, dass diese Maßnahme auf nicht zu großen Widerstand in der Bevölkerung führen wird.

Um die Klimaziele zu erreichen, setzt das Umweltministerium auch große Hoffnung auf den Klimapakt mit den Gemeinden, von den bisher 50 den Pakt unterschrieben haben.