Was ist oft gelb, arbeitet monatelang Tag und Nacht, kann tief tauchen und dabei auch noch Daten sammeln? Ein Forschungs-Roboter. Für Martin Visbeck sind die fleißigen Roboter wichtige Mitarbeiter. «Sie kommen auch dorthin, wo es für Menschen schwierig ist zu arbeiten. Zum Beispiel in die Tiefsee.»
Jedes Jahr fährt der Forscher auf mehrere Expeditionen. Und zwar mit einem speziellen Forschungsschiff. Es steuert Gegenden an, die für Meeresforscher besonders spannend sind. Dazu gehört Grönland. «Wir interessieren uns für Meeresströmungen. Deshalb messen wir, wie kalt oder salzig das Wasser dort ist. Und wie schnell es fließt.
Tägliche neue Daten
Daten von solchen Messungen brauchen die Wissenschaftler täglich neu. Allerdings: Welcher Forscher möchte schon sein ganzes Leben auf einem Schiff verbringen? Oder jeden Tag im eiskalten Wasser tauchen? Robotern macht das nichts aus. Martin Visbeck und seine Kollegen haben verschiedene davon im Einsatz.
Zum Beispiel Tiefendrifter. Diese Roboter setzen die Forscher vom Schiff aus ins Meer. Sie können 2.000 Meter tief tauchen. Dort unten messen sie dann automatisch Temperatur, Salzgehalt, Geschwindigkeit und andere Dinge. Auf der ganzen Welt tauchen etwa 3000 davon im Meer und treiben mit den Strömungen der Weltmeere.
Segelflieger
Ein bisschen mehr als die Drifter können die Gleiter. «Sie funktionieren ein bisschen so wie Segelflieger – aber unter Wasser», erklärt der Fachmann. Die Gleiter haben Flügel und segeln damit im Wasser genau dorthin, wo die Forscher sie haben wollen. Sie können die Gleiter sogar von Land aus fernsteuern.
Die ganzen Daten sammeln die Forscher dann im Computer und machen komplexe Berechnungen. «Mit den Daten kann man erkennen, was sich im Meer weltweit verändert. Zum Beispiel wie schnell es wärmer wird.» Sie machen auch Karten daraus. Auf den Karten kann man erkennen, wie die Strömungen im Meer genau fließen. Ein bisschen so wie Wetterkarten – aber für die Ozeane. «Wir versuchen genauer zu verstehen, wie sich Meeresströmungen auf unser Klima auswirken», sagt der Experte. Meeresforscher werden die Roboter also noch über viele Jahre auf Tauchstation schicken.
Zu Demaart
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