Insgesamt 16.603 Mal musste die Berufsfeuerwehr im Jahr 2012 ausrücken. 425 Einsätze dienten der Brandbekämpfung und 1.490 Mal mussten Rettungseinsätze gefahren werden. Hinzu kommen 14.688 Fahrten mit dem Krankenwagen für den Notdienst und den Krankentransport.
Die Zahl der Krankwagenfahrten bei Notfällen ist in den vergangenen 25 Jahren kontinuierlich angestiegen und lag 2012 bei 12.488. Insbesondere tagsüber mangele es in manchen Regionen Luxemburgs an Personal bei den freiwilligen Rettungsdiensten, weil das Ehrenamt in den vergangenen Jahren stark abgenommen hat, erklärte der Kommandant der Berufsfeuerwehr, Erny Kirsch.
Keine angemessene Entschädigung
Die meisten Rettungseinsätze innerhalb der Hauptstadt werden in den dicht besiedelten Stadtvierteln Centre, Gare und Bonneweg gefahren. Immer häufiger müsse die Berufsfeuerwehr aber auch in anderen Gemeinden zur Hand gehen. Vor allem in den Gemeinden Hesperingen, Strassen und Niederanven müssen seine Leute des Öfteren aushelfen, wie aus dem Jahresbericht hervorgeht.
In diesem Zusammenhang bedauerte Schöffin Simone Beissel, dass das Innenministerium der Stadt Luxemburg keine angemessene Entschädigung für die vielen Einsätze in anderen Gemeinden gewähre. Zusätzlich sollen der Hauptstadt im Zuge der Gemeindefinanzreform noch weitere Einnahmen gestrichen werden, was der Schöffenrat aber auf keinen Fall zulassen werde, betonte Beissel.
Angst vor weniger Einfluß
Der Vorentwurf für den Bau der neuen Feuerwehrkaserne am Kreisverkehr Gluck werde im Herbst in Prozedur gehen, kündigte die Schöffin an. Sorgen bereite dem Schöffenrat die Bildung eines «Etablissement public» als Träger des Rettungsdienstes im Rahmen der angekündigten Reform. Das hieße, dass diese öffentlich-rechtliche Anstalt bis 2017/2018 Besitzer aller Kasernen und Fahrzeuge sein müsse, so Beissel. Geplant sei, dass der Staat die Hälfte der 240 Millionen Euro Gesamtkosten für den Bau der Kaserne beisteuere, die andere Hälfte solle die Stadt Luxemburg vorstrecken.
Die Hauptstädter befürchten aber nun, dass sie viel Geld in den Bau der Kaserne investieren und der Staat ihnen das Gebäude dann nach der Reform in drei Jahren wegnimmt. Dies wolle man auf keinen Fall zulassen, erklärte Simone Beissel. Neben dem Verlust der Infrastruktur befürchtet die Stadt Luxemburg auch, den Einfluss auf die Organisation der Feuerwehr und der Rettungsdienste auf dem Gebiet der Hauptstadt zu verlieren. Die neue Kaserne werde dringend gebraucht, doch die Frage der Finanzierung müsse mit dem Staat geklärt werden und die Planungssicherheit müsse gewährleistet bleiben, so Beissel.
Hohe Personalkosten
Ansonsten ist die Berufsfeuerwehr personell recht gut aufgestellt. 186 Beschäftigte führen den Dienst aus, 30 davon sind «agents-pompiers stagiaires», die ein hartes Training im Rahmen der 28-monatigen Ausbildung absolvieren müssen. Die Ausgaben der Berufsfeuerwehr lagen im vergangenen Jahr bei rund 17,4 Millionen Euro, davon wurden 16,4 Millionen für Personalkosten ausgegeben.
Bei den Brandeinsätzen waren Zimmerbrände am häufigsten (64), gefolgt von brennenden Mülltonnen (42), Autobränden (38), Feuer in Arbeitsräumen (34) und in Brand geratenen elektrische Geräte (33). Die Rettungsdienste mussten am häufigsten bei Verkehrsunfällen (351 Mal) ausrücken. Weitere wichtige Aufgaben waren das Öffnen von Türen (187) und Wasserschäden (120).
Zu Demaart
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