Einen letzten Schlagabtausch lieferten sich am Dienstag die Befürworter und Gegner einer Ausweitung des Rauchverbots auf Cafés und Diskotheken. Die CSV, die während den Kommissionsarbeiten immer wieder durch Querschüsse auf sich aufmerksam gemacht hatte, schickte am Dienstag nd Martine Stein Mergen die „weichgespülte“ Position argumentierte und bemerkte, dass man als CSV nicht wirklich froh über ein gesetzliches Verbot ist, ließ Nancy Arendt durchblicken, daß sie die strenge Regelung rundum positiv bewertet. Das erweiterte Rauchverbot sei vor allem im Interesse der Kinder und Jugendlichen.
Wie Martine Mergen bemerkte auch Xavier Bettel von der DP, dass es parteiintern zwar Einstimmigkeit über das Ziel, nicht aber über den Weg hin zu einem breiteren Rauchverbot gab. Generell sei man nicht froh über „eine Gesellschaft, in der das das Zusammenleben über immer mehgr Verbote geregelt wird“, bemerkte er.
Als Hauptstadtbürgermeister sah Bettel zudem neue Probleme am Horizont. Sorgen macht ihm die Perspektive, dass der Bürgersteig zu einem „open-air-Fumoir“ wird und sich die Reklamationen über nächtliche Ruhestörungen mehren werden. Parteikollege Alexandre Krieps hatte als erster und damit mandatierter Sprecher zuvor bemerkt, er sei als Arzt ganz klar für das Gesetz, innerhalb seiner Reaktion könne aber jeder Abgeordnete entsprechend seinem eigenen Gewissen abstimmen.
„Fumoirs“
Ein noch radikaleres Rauchverbot mit Verzicht auch auf die vorgesehenen „Fumoirs“ forderte Josée Lorsché von den Grünen. Berichterstatterin Lydia Mutsch von der LSAP hatte eingangs der Debatte an die gesellschaftliche Entwicklung seit 2006 hingewiesen. Die Tendenz sei klar, von 33 Prozent sei der Anteil der Raucher auf 23 Prozent zurückgegangen. „Das Gesetz von 2006 war ein Quantensprung“, betonte sie. Nun gelte es am Ball zu bleiben.
Falsche „Coolness“
„Die Bedenken der Café-Besitzer erinnern an die der Restaurant-Besitzer vor sieben Jahren“, bemerkte Lydia Mutsch. Dabei sei heute gewusst, dass das Rauchverbot gut akzeptiert sei und es den befürchteten Einbruch der Kundschaft nie gab. Wichtig sei neben dem Rauchverbot aber ganz klar auch die Prävention und die Information. „Wir müssen eine Gesellschaft schaffen, in der die falsche Coolness (des Rauchens) keinen Platz mehr hat.
Gesundheitsminister Mars di Bartolomeo erinnerte zum Schluss der Debatte an die 200 neuen Fälle von Lungenkrebs, die es jährlich in Luxemburg gibt, davon 180, die direkt oder indirekt auf den Tabakkonsum und das Rauchen zurückzuführen sind. Die Verschärfung des Gesetzes sei deshalb „ein guter Tag für die Gesundheit“.
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