Großbritanniens öffentlich-rechtlicher TV-Sender Channel 4 will während des islamischen Fastenmonats Ramadan allmorgendlich den Ruf eines Muezzin ausstrahlen. Sender-Manager Ralph Lee verteidigte den Schritt gegen Kritik aus Politik und Gesellschaft. Es handele sich um eine «beabsichtigte Provokation», schrieb er in einem Gastbeitrag für die «Radio Times». Die tägliche Ausstrahlung des Rufs zum Gebet soll daran erinnern, dass der Islam nicht gleichzusetzen sei mit Terror und religiösem Fanatismus.
" class="infobox_img" />Ein TV-Sender kämpft für mehr Toleranz. (AP)
Fast fünf Prozent der Menschen in Großbritannien würden sich aktiv am Ramadan beteiligen schrieb Lee. «Können wir das auch von anderen Ereignissen sagen, etwa vom Kronjubiläum der Queen, über das vollabdeckend berichtet wurde?», schrieb Lee. Der Sender will zudem auch die genauen Zeiten für den Sonnenauf- und Untergang in seinen Wetterbericht aufnehmen.
Die aus Pakistan stammende Autorin Anila Baig prognostizierte in einem Gastbeitrag für die «Sun», dass kaum einer ihrer Glaubensbrüder die Sendungen einschalten werde. Einerseits gebe es bereits muslimische Kanäle, die sich dem Thema Ramadan sehr intensiv widmeten. Andererseits verzichteten konservative Muslime während des Fastenmonats auch auf das Fernsehen.
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