Zumindest einer schießt in der Öffentlichkeit. CSV-Parteipräsident Michel Wolter bringt am Dienstag bei «RTL» Jean-Claude Juncker als möglichen Spitzenkandidat seiner Partei in Position, sollte es Neuwahlen geben. Im «Wort» sprach er am Montag noch von einer «Desinformationskampagne», um die Diskussion in eine «bestimmte Richtung» zu treiben.
Die LSAP hält sich mit Äusserungen noch zurück. Hinter den Kulissen laufen allerdings schon die Vorbereitungen auf Hochtouren. «Es werde intensiv an einem Wahlprogramm mit allen Optionen gearbeitet,» heißt es am Dienstag vage hinter vorgehaltener Hand. Am kommenden Dienstag, 16. Juni, gibt es bei der LSAP einen außerordentlichen Nationalkongress. Ein Zufall?
Alle sind vorbereitet
Auch bei «déi Lénk» schreibt man sich derzeit die Finger wund. Nicht anders sieht es bei der DP und «déi gréng» aus. Die drei Parteien halten sich derzeit allerdings auch mit öffentlichen Äusserungen zurück.
Ganz andere Töne spuckt die ADR. Dort geht man ganz klar von Neuwahlen aus. «Die fast 20 Jahre mit Juncker waren nicht die besten für Luxemburg», sagt ADR-Abgeordnete Gast Gibéryen. Er sieht zwei Möglichkeiten: Entweder die ganze Regierung tritt zurück oder nur Juncker.
Das Parlament berät am Mittwoch ab 14 Uhr über den Bericht des Untersuchungsausschuss Geheimdienst. In dem Rapport wird Juncker die politische Verantwortung für ein Eigenleben des Geheimdienstes zur Last gelegt.
Zu Demaart
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