Gerade bei den deutschen Medien gilt oder galt Juncker immer als «Liebling». «Die Welt» schreibt: «Als langjähriger Chef der Eurogruppe war Jean-Claude Juncker immer zur Stelle, wenn es in den letzten Jahren irgendwo in Europa mal wieder brannte. Ausgerechnet der Geheimdienst seines Heimatlandes Luxemburg bringt ihn jetzt aber offensichtlich zu Fall». Der «Tagesspiegel» aus Berlin schreibt: «Doch ausgerechnet jetzt, da nicht mehr alle Strippen in Sachen Euro-Rettung bei ihm zusammenlaufen und er wieder mehr Zeit für sein Großherzogtum hat, rächt sich, dass er sich seit 2005 mehr auf die große denn die kleine Bühne daheim konzentriert hat, aber trotzdem keine Kompetenzen abgab.
In der «Tagesschau» heißt es: «Was Juncker angelastet wird und ihn möglicherweise sein Amt kostet, ist vor allem seine Untätigkeit. Lange ging er nicht gegen den Geheimdienst vor, nicht einmal dann, als er selbst betroffen war von den Aktivitäten.»
«Schwere Tage»
Die «Frankfurtert Allgemeine Zeitung» schreibt: » Es wird kein leichter Gang für einen Politiker sein, der jahrelang scheinbar mühelos öffentliche Auftritte mit der ihm eigenen Mischung aus Nonchalance und Ernsthaftigkeit hinlegen konnte. Wer Juncker über die Jahre beobachtet hat, kann erkennen, dass die Strapazen der Doppelbelastung als luxemburgischer Regierungschef und langjähriger Vorsitzender der Euro-Gruppe der Finanzminister nicht spurlos vorübergegangen sind.»
Juncker wartet auf ein Wunder, schreibt das «Handelsblatt» Anfang der Woche. Die dpa sprach am vergangenen Wochenende von «schweren Tagen» für Juncker. Über die Geheimienstaffäre schreibt die Nachritenagentur von «Szenen eines Agententhrillers». Der «Kurier» aus Österreisch schreibt: «Auf dem europäischen Parkett hat der ehemalige Mister Euro große politische Schlachten geschlagen. Daheim, im kleinen Luxemburg, steht der dienstälteste Regierungschef eines EU-Staates hingegen jetzt mit dem Rücken zur Wand».
Die Überschrift bei der «Südwestpresse» aus Ulm lautet «Premier Juncker ist angezählt». Die Tage von Jean-Claude Juncker sind gezählt. «Radio France Internationale» (RFI) spricht von einem «Skandal in Luxemburg. Was Juncker den Job kosten könnte»
Nachdem Jean-Claude Juncker im Parlament angekündigt hat nicht zurücktreten zu wollen, schreibt «Die Welt «Luxemburgs Ministerpräsident will im Amt bleiben. Für die Geheimdienstaffäre in seinem Land könne er «beim besten Willen keine persönliche Verantwortung erkennen», sagte er dem Parlament».
«Der Spiegel» schreibt: «Juncker verweigert Rücktritt».
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