Dass Regierungen in Luxemburg zurücktreten ist eher selten der Fall. Dafür wurden allerdings vereinzelt Minister aus Ämtern entlassen. Hier einige Präzedenzfälle.
Nach einer scharfen Verleumdungskampagne des Koalitionspartners, verließ Michel Rasquin 1958 die Regierung Dupong-Schaus-Bodson. Rasquin war seit 1951 Wirtschaftsminister. (Tageblatt-Archiv)
Justiz-, Medien-, Hochschul- und Verwaltungsreform-Minister François Biltgen trat 2013 zurück um eine neue Karriere als Europäischer Richter einzuschlagen. (Isabella Finzi)
1966 verzichtete Armeeminister Marcel Fischbach nach einer scharfen Polemik um den obligatorischen Militärdienst sein Amt. Daraufhin tritt die Regierung zurück. (gouvernement.lu)
1976 verließ der Vizepräsident der Regierung, Raymond Vouel, sein Amt. Er trat die Nachfolge von Albert Borschette bei der EU-Kommission in Brüssel an. (EU-Kommission)
Die erste weibliche Regierungsvertreterin Madeleine Frieden-Kinnen tritt 1972 nach einer schmerzlichen Sittenaffäre zurück. (gouvernement.lu)
1977 wurde Wirtschaftsminister Marcel Mart (2.v.r.) von Josy Barthel abgelöst. (Tageblatt-Archiv)
1983 trat Gesundheitsminister Benny Berg nach einem Skandal über die angebliche schwarze Kasse in Bad Mondorf zurück. Er blieb bis 1988 Regierungsmitglied. (Martine May)
Gesundheitsminister Johny Lahure musste 1998 von seinem Amt zurücktreten. Ihm wurden Unrechtmäßigkeiten in der Verwaltung der Finanzen seines Ministeriums vorgeworfen. (gouvernement.lu)
2012 schied Wirtschaftsminister Jeannot Krecké freiwillig aus seinem Amt aus. (Jean-Claude Ernst)
2013 gab Familien- und Kooperationsministerin Marie-Josée Jacobs ihre Ministerien nach 14 Jahren ab. (Didier Sylvestre)
Eric Rings, geboren 1979 in Esch/Alzette, studierte Germanistik und Romanistik an der Universität Heidelberg und fing 2010 als Journalist beim Tageblatt an. Seit 2019 schreibt er über innenpolitische Themen.
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