Die insgesamt 120 Jugendlichen im Alter von 14 bis 24 Jahren wurden zur Pressekonferenz von fünf Mitgliedern des Büros vertreten. Das PJ setzt sich mit Themen auf internationaler und nationaler Ebene auseinander und debattiert über diese. Diese Diskussionen enden in einer Abstimmung. Die besten Vorschläge wurden gestern dem Präsidenten der „Chambre des députés“, Laurent Mosar, vorgestellt.
So verlangt das Jugendparlament unter anderem, dass der Gebrauch von Waffen sowie der sexuelle Missbrauch in den Krisengebieten wie Mali und Syrien bekämpft werden. Die Jugendlichen fordern des Weiteren die Einrichtung von offiziellen Friedenssicherungs- und Stabilitätstruppen.
Auf nationaler Ebene beschäftigt sich das Jugendparlament vor allem mit Themen, die auch im Wesentlichen die jüngere Gesellschaft betreffen.
Sexualunterricht
So setzen sie sich für eine Neustrukturierung der Sexualaufklärung in den Schulen ein. Ihr Vorschlag ist es, einen eigenständigen Aufklärungsunterricht einzurichten, der nicht nur auf biologischer Ebene bleibt, sondern auch auf die Gefühlslagen und Bedürfnisse eines Jugendlichen eingeht, erklärte Patrick Weymerskirch, Präsident des PJ.
Auch ging er auf die Schulreform ein. Eine Reform sei wichtig, um auf die heutigen Anforderungen reagieren zu können und jedem die ideale Ausbildung zu ermöglichen. Dem Jugendparlament ist es wichtig, dass darauf geachtet wird, dass die Schüler sprachlich nicht überfordert werden.
Keine Barrieren
Der ständige Wechsel zwischen den drei Sprachen, die im Unterricht verwendet werden, sei verwirrend und nicht lernfördernd. „Sprachen sollen Brücken und keine Barrieren sein“ und „man soll aufhören, die drei Sprachen, die an den Schulen gelehrt werden, mit der heiligen Dreifaltigkeit zu vergleichen“, so Weymerskirch. Die Jugendlichen fordern einerseits, dass die Schüler zwischen einem deutschen und einem französischen Unterricht wählen dürfen, und dass die luxemburgische Sprache wieder einen größeren Anteil in den Unterrichtsplänen erhalten soll.
Besonders am Herzen liegt dem PJ das Wahlrecht ab 16. Jugendliche würden sich sehr wohl für Politik interessieren, auch wenn die Politiker dies nicht glauben wollten.
Die junge Bevölkerung müsse unterstützt werden und dies sei nur möglich, wenn die Jugendliche auch mitreden dürften.
Gedanken machen
Des Weiteren würde es nichts nützen, das angebliche Desinteresse der Jugendlichen immer wieder zu betonen, sondern man müsse sich Gedanken über die Folgen machen.
Unsere Jugendlichen seien die Wähler von morgen und ihr Vertrauen in die Politik müsse wiedergewonnen werden. Motivation könne z.B. aus einem Politikunterricht resultieren, erklärte Patrick Azevedo, Mitglied des Büros.
Der größte Beweis, dass Jugendliche sich sehr wohl für Politik interessierten, sei das Jugendparlament selbst.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können