Mit dem Grand Slam in Moskau und dem Europacup in Sindelfingen standen vor einer einmonatigen Sommerpause noch zwei wichtige Termine für die Judokas an. Bei beiden Turnieren war das Großherzogtum vertreten und griff mit seinen Gold-Mädchen von den JPEE in Luxemburg an.
Von ganz besonderem Interesse war der Auftritt von Marie Muller, die sich nach den Olympischen Spielen vor einem Jahr einer Schulteroperation unterzog und die nach einer langen Aufbauphase am Samstag ihr Comeback in Sindelfingen feierte. Erste Tests bei den JPEE und in der Deutschen Bundesliga waren bereits erfolgreich verlaufen, jetzt gab es die Rückkehr ins internationale Geschäft. In Sindelfingen waren insgesamt 229 Teilnehmer eingeschrieben, 160 Männer und nur 69 Frauen.
Marie Muller trat im Glaspalast in ihrer bewährten Gewichtsklasse (-52 kg, Samstag) an, die mit zehn Judokas besetzt war. In der Vorrundengruppe B hatte die Sportlerin des Jahres als eine von insgesamt vier Damen kein Freilos zum Auftakt, konnte aber die Britin Kelly Edwards 54″ vor Kampfende in der ersten Runde mit Ippon bezwingen. Edwards holte vor Jahresfrist beim EP in London Gold. Ein Sieg demnach, der gut fürs Selbstvertrauen war. Im Vorrundenfinale konnte Marie Muller die Deutsche Meisterin Verena Thumm nach 4′ ebenfalls vorzeitig niederringen, mit zweimal Wazari.
Halbfinale
Mit diesen beiden Erfolgen stand die Luxemburgerin im Halbfinale, in dem sie gegen eine weitere Deutsche kämpfen musste. Aber auch den Kampf gegen Maria Ertl, Siegerin im März beim Europacup in Sarajevo (BIH), dominierte die Sportsoldatin und sicherte sich 40″ vor Schluss den Sieg. Muller trat zum ersten Mal gegen diese drei Gegnerinnen an, genau wie gegen die Finalgegnerin Darya Skrypnik. Die weißrussische Meisterin konnte im Mai schon einen Europacupsieg verbuchen, in Orenburg (RUS).
In Sindelfingen lieferten sich die beiden Judokas ein packendes Finale, das Skrypnik schließlich in der Verlängerung gewinnen konnte. Mit der Silbermedaille feierte Marie Muller allerdings ein gelungenes Comeback auf diesem Niveau.
Zwei Mal Erstrundenaus
Mit Taylor King hatte die FLAM eine zweite Judoka beim Europacup in Sindelfingen im Einsatz, für die Metzerin war es der erste Einsatz für Luxemburg bei einem großen internationalen Turnier, sieht man vom goldgekrönten JPEE-Auftritt ab. King kämpfte in der mit 17 Judokas am stärksten besetzten Gewichtsklasse und erwischte in der Vorrundengruppe A ein Freilos. In der zweiten Runde traf die 21-Jährige auf die gleichaltrige Melina Wehmeyer, Bronzegewinnerin bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften.
Es war ein sehr ausgeglichener Kampf, der am Ende mit Strafpunkten entschieden wurden, den Taylor King mit 2:1 Shidos verlor. Für die Luxemburgerin war ihre Premiere damit leider vorzeitig beendet, Wehmeyer unterlag der späteren Goldgewinnerin Tina Trstenjak (SLO) und in der Trostrunde der Bronzegewinnerin Marit De Gier (NL).
295 Teilnehmer
Die weitaus schwierigere Aufgabe hatte Lynn Mossong in Moskau vor der Brust, wo sie beim Grand Slam eine von 295 Teilnehmern war, 184 Männer und 111 Frauen. Grand Slams sind die Turniere mit der höchsten internationalen Wertigkeit. Die Escherin kämpfte in der mit 19 Damen besetzen Kategorie -70 kg und erlitt das gleiche Schicksal wie King.
In der Vorrundengruppe C hatte Mossong kein Freilos und unterlag in der ersten Runde Alena Eiglova. Trotz der Wettkampferfahrung der Tschechin war es die erste Begegnung zwischen diesen beiden Judokas. Die tschechische Meisterin, Fünfte 2012 an gleicher Stätte, konnte den Kampf schon nach 1’16» mit Ippon gewinnen und damit war der Grand Slam für Mossong beendet. Eiglova unterlag anschließend der Niederländerin Linda Bolder.
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